DEUTSCHER TEXTDICHTER-VERBAND e.V.
GERMAN LYRICISTS ALLIANCE

Aktuelles

  • Montag, 29. Mai 2017

    Willkommen!

    Der Deutsche Textdichter-Verband e.V. (DTV) ist die Vereinigung derjenigen musikalischen Urheber, die Liedtexte schreiben. Wir sind ein berufsständischer Zusammenschluss mit dem Ziel Öffentlichkeitsarbeit zur Förderung der Wertschätzung des Berufsstandes der Textdichter, ihrer Werke und der Urheber generell zu leisten.
     
    Im DTV bieten sich Textdichter gegenseitig berufliche Information, Hilfe, Unterstützung, Erfahrungsaustausch, Gefahrenabwehr, Anregung und Inspiration an. 
    Auf dieser Webseite finden Neugierige im öffentlichen Teil Informationen über uns und Mitglieder im internen Teil hoffentlich das, was sie brauchen.
     
    Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Erkunden unserer Homepage!
    - Frank Ramond -
    Präsident
    Deutscher Textdichter-Verband e.V.


  • Donnerstag, 19. Oktober 2017

    Laudatio zum Willy-Dehmel-Preis an FRANK DOSTAL

    Diese Laudatio hielt DTV-Präsident Frank Ramond auf seinen Vorgänger Frank Dostal im Rahmen des Mitgliederfestes am 23. Mai 2017 in München.
     
    Als Frank Dostal und ich uns das letzte Mal sahen und uns nach der Aufsichtsratssitzung im März voneinander verabschiedeten, sprachen wir darüber, dass wir uns doch vielleicht nach zehn Jahren endlich auch mal privat treffen sollten. Vielleicht würde er mit Mary mal zu Sarah und mir in die Nordheide kommen zum Grillen oder Kaffeetrinken.
    In dem Moment hab ich gedacht: Stimmt! Privat sehen wir uns eigentlich kaum, aber eine berufliche Beziehung ist es streng genommen eigentlich auch nicht, denn das was wir da zusammen machten, in den Gremien und Ausschüssen der GEMA, war ja gar nicht unser/sein Beruf.
    Frank war Textdichter. Sein Beruf war es kreativ zu sein, Lieder zu schreiben, zu produzieren und zu veröffentlichen, und er gehörte zu den erfolgreichsten unserer Zunft. Das verlor man bei all seinen Ehrenämtern leicht aus dem Blick.

    Als Frontmann der bekanntesten deutschen Beatband, den legendären Rattles, tourte Frank von Mitte der 60er Jahre an durch die Hallen der Nation und begründete später zusammen mit Achim Reichel die erste deutsche Supergroup Wonderland. Frank schrieb die Texte zu Reichels Kompositionen. Mit "Moscow" landeten sie ihren ersten großen Hit.
    Nach Auflösung der Band 1971, nahmen Achim Reichel und Frank Dostal diverse Alben auf, darunter auch zwei Kinderplatten (Die große Kinderparty). Auf den Reichel-Alben "Dat Shanty Album" und "Klabautermann" wirkte Frank auch noch mit. Nach der Beendigung der Zusammenarbeit mit Reichel machte Frank sich schließlich als Textdichter selbständig. In der zweiten Hälfte der 70er Jahre waren viele der von ihm getexteten Lieder in den Charts extrem erfolgreich. Er schriebt u.a. für Vader Abraham ("Das Lied der Schlümpfe"), für Nico Haak ("Unter dem Schottenrock ist gar nichts"), für Dieter Hallervorden und Helga Feddersen ("Du, die Wanne ist voll"), Nana Mouskouri, Mike Krüger, Roberto Blanco oder die Goombay Dance Band. Gemeinsam mit dem Komponisten Rolf Soja war Frank auch für die Erfolge des spanischen Gesangsduos Baccara verantwortlich.
     
    Seine deutschenTexte offenbarten oft eine Eigenschaft von Frank die viele, auch ich, persönlich an ihm ganz besonders geliebt haben nämlich seinen frechen, spitzbübischen und bisweilen fast schon anarchistischen Humor und Mutterwitz. Der zeigte sich auch deutlich in einigen seiner englischen Songtexte, auch es wenn sich, der Sprache wegen, nicht gleich jedem erschloss. So ging es mir als damals Jugendlicher mit "Yes Sir, I Can Boogie" auch. Besonders beleuchten möchte ich deswegen an dieser Stelle mal die zweite Strophe des Songs, weil sie mich jedesmal zum Schmunzeln bringt, wenn ich sie heute mit Textdichterohren mal wieder irgendwo im Radio höre. Der Text gibt in der Ich-Form die Antwort einer jungen Dame wieder, die in der Disko von einem Mann gefragt wird, ob sie tanzen könne.
    Nachdem der Hörer in der ersten Strophe erfolgreich in diese Situation eingeführt wurde, folgt im Refrain auch schon die eigentlich abschliessende Antwort darauf:
    "Yes Sir, I can boogie, but i need a certain song!“
    "Ja, mein Herr, ich kann tanzen, aber ich brauch ein ganz bestimmtes Lied" und dann, fügt sie hinzu, könne sie das aber auch die ganze Nacht. "Boogie Woogie all night long".
    Das ist eigentlich ne schöne Idee! Aber der geübte und leidgeprüfte Textdichter fragt sich an dieser Stelle sofort, wie denn bitte ein zweiter Anlauf auf dieses abschliessende Statement möglich sein soll. Ist doch eigentlich schon alles gesagt! Der junge Mann könnte vielleicht nachfragen, welches Lied es denn bitte sein soll? Und auf die Möglichkeit verweisen, es sich beim Discjockey wünschen (was ja in den 70er Jahre ja noch durchaus noch möglich war). Aber dann würde er ja weggehen, unsere Protagonistin verlöre ihren Adressaten und jedes weitere "Yes Sir" würde ungehört durch die Nebelschwaden der Tanzflächen verhallen. Vor in etwa diesem Dilemma müsste Frank gestanden haben, als er der Text seinerzeit geschrieben hat. Aber die Art, wie er das Problem tatsächlich gelöst hat, ist ebenso beeindruckend wie für ihn bezeichnend, zeigt sie doch auf so liebenswerte Weise auf, was für ein herrlich unkonventioneller und origineller Rock'n'Roller er war! Ich zitiere die zweite Strophe in der wortwörtlichen deutschen Übersetzung:

     
    Nein, Sir
    Ich will nicht wirklich reden
    Nein, auch nicht spazieren gehen
    Sie wollen wissen, ob ich tanzen kann?
    Ja, Sir
    Das habe ich Ihnen doch bereits im ersten Vers gesagt
    Und im Refrain
    Aber ich gebe Ihnen noch eine Chance:
    Yes Sir…


    Die Figur im Text nimmt Bezug auf die Struktur der Erzählung, das ist wirklich einmalig! Das ist so, als würde eine Romanfigur in einem Buch der anderen sagen: "Das hab ich dir doch schon in Kapitel 1 auf Seite 116 gesagt!" Man spürt die augenzwinkernde Distanz, die Frank als ehemaliger Beatmusiker zu dem amerikanischen Musikgenre "Disco" gehabt haben mag. Dass dieser Song ein Welthit wurde und eben diesen, für die 70er Jahre typischen Stil mit geprägt hat, ist aber möglicherweise auch dieser leicht parodistischen Herangehensweise zu verdanken. Das breite Publikum begreift ein neues Musik-Genre eben oft erst, wenn es überzeichnet wird. "Yes Sir, I Can Boogie" wurde in 18 Ländern die Nummer 1. In Deutschland zählt die Platte zu den meistverkauften Singles aller Zeiten. Mit dem Lied "Parlez-vous français?" vertrat Frank mit Baccara 1978 Luxemburg beim Eurovision Song Contest und erreichte den siebten Platz. Die Bilanz seines unglaublichen Erfolges und seines umfangreichen Schaffens als Produzent und Textdichter bescherten ihm insgesamt 47 goldene Schalplatten.
     
    Mit einem der einschlägigen Textdichterpreise ist Frank  trotz seines immensen Erfolges jedoch nie geehrt worden, was wohl im Wesentlichen der Tatsache geschuldet war, dass er zumeist zu denen gehörte, die diese Preise verliehen und deswegen aufgrund der entsprechenden Regelwerke selbst als Preisträger selten infrage kam. Beim Fred-Jay-Preis war er Juror, den Musikautorenpreis hat er als Mitglied des Aufsichtsrates der GEMA selbst mit ins Leben gerufen und durfte als Aufsichtsratsmitglied leider nicht damit bedacht werden. Und den Willy Dehmel-Preis schließlich konnte er sich als Präsident des Deutschen Textdichter-Verbandes logischerweise auch nicht selbst verleihen.
    Letzteres wollen wir aber heute im Gedenken an einen großen Textdichter korrigieren.
    Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Mitglieder und Freunde des Deutschen Textdichter-Verbandes, der Willy-Dehmel-Preis 2017 geht an Frank Dostal!
    Wir vermissen ihn sehr!

     
    Die Urkunde und das Preisgeld wurden von seiner lieben Frau Mary entgegengenommen.


  • Mittwoch, 18. Oktober 2017

    EMAS-Stipendium der GEMA für Isabell Preuss und Jonathan Zelter - Hans-Bradtke-Förderpreis für Corinna Fuhrmann (Lucy van Kuhl)

    Auch in diesem Jahr fördert die GEMA mit dem Europäischen Musikautoren-Stipendium wieder Nachwuchs-Urheber. Für Textdichterinnen und Textdichter besteht das Stipendium aus einem Teilnehmerplatz in der Celler Schule, der seit über 20 Jahren bestehenden Textdichter-Akademie, geleitet von Edith Jeske und Tobias Reitz. 1996 wurde sie vom damaligen DTV-Präsidenten Hans Hee, seinem Nachfolger Frank Dostal und Dozentin Edith Jeske aus der Taufe gehoben. Im zweiwöchigen Seminar, das seit einigen Jahren in Springe bei Hannover stattfindet (Celle war der ursprüngliche Seminarort, daher der Name Celler Schule), vermittelten Jeske, Reitz und zahlreiche Kollegen und Gastdozenten (u.a. Frank Ramond, Thomas Woitkewitsch, Rainer Bielfeldt, Sera Finale) vom 02.-16.07.2017 wieder das Handwerk und Berufsbild des Textdichters, Kreativtechniken, Blockadenprävention und eine Menge Work-in-Progress. Acht Teilnehmerplätze wurden in guter Tradition von der GEMA-Stiftung finanziert, auf deren Initiative die Celler Schule auch zurückgeht. Zwei weitere Plätze wurden 2017 wie auch in den Vorjahren vom EMAS-Programm gestiftet. Um sich für einen der beiden Plätze zu qualifizieren, mussten die Teilnehmer zum Zeitpunkt ihrer Bewerbung bereits GEMA-Mitglieder sein und die zehnköpfige Jury der Celler Schule mit einer mit Kennworten verschlüsselten Bewerbung überzeugen.
     
    Die diesjährigen Preisträger des EMAS – Europäischen Musikautoren-Stipendiums heißen Isabell Preuß und Jonathan Zelter.
    Isabell Preuß (Künstlername Isi de la Prée), geboren 1993 in Gifhorn, studierte Musikmanagement in Berlin. Dort schreibt sie deutschsprachige Songs in Zusammenarbeit mit jungen Produzenten und Sängern, u.a. Alexander Hauer. Entdeckt wurde sie u.a. von Peter Plate. "Isabells Pop-Texte haben uns durch ihre starke Emotionalität und Wärme beeindruckt", so die Jury, "sie sind mehrheitlich zart, aber dabei unkonventionell und von erstaunlicher Tiefe."
    Jonathan Zelter, Jahrgang 1994, hat seit der Veröffentlichung seiner Single "Ein Teil von meinem Herzen" im Frühjahr 2015 für Furore gesorgt. Er wurde Jahressieger bei NDR1 Niedersachsen und Bayern Plus, erhielt den SMAGO-Award als Entdeckung des Jahres und wurde zum Newcomer des Jahres in der ZDF-Show "Willkommen bei Carmen Nebel" gewählt. Eine Solo-Tour ist in Vorbereitung. Zelter lebt in Mannheim. Die Jury: "Jonathans Musik berührt Herz und Verstand. Niemand hat es wie er in den letzten Jahren geschafft, so viel Gefühl ins (im weitesten Sinne) Schlager-Genre zu transportieren. Wir sind uns sicher: Er hat einen guten Weg vor sich!"
     
    Zum ersten Mal wurde in diesem Jahr außerdem ein zusätzlicher Teilnehmerplatz in der Celler Schule gestiftet. Zu Ehren des Textdichters Hans Bradtke ("Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett", "Weiße Rosen aus Athen", "Das bisschen Haushalt", "Rote Lippen soll man küssen", "Er hat ein knallrotes Gummiboot" u.a. – von Hans Bradtke stammt bekanntlich auch der Pegasus im GEMA-Logo) hat seine Tochter, DTV-Mitglied Barbara Berrien, den Hans-Bradtke-Förderpreis ins Leben gerufen, mit dem einerseits die Erinnerung an den Namensgeber und andererseits die Celler Schule selbst gestärkt werden sollen, an der Berrien selbst 2011 teilgenommen hat. "Wenn ich an meinen Vater denke, an seine Wortspielereien, an seine Lust an der Sprache, und dann an die Celler Schule, dann denke ich: Er wäre gern dabei gewesen", sagt Barbara Berrien.
     
    Der erste Hans-Bradtke-Förderpreis ging an Corinna Fuhrmann – Künstlername Lucy van Kuhl.
    Nach ihrer Kindheit und dem Abitur in Köln begann Corinna Fuhrmann ein Leben in Reisefreude. In München erwarb sie ihr Magister in Literaturwissenschaft, in Linz ihr Klavierdiplom. Nach zahlreichen klassischen Konzerten und literarisch-musikalischen Programmen mit dem Comedy-Autor Tim Boltz und diversen Wiener BurgschauspielerInnen und mit dem von ihr gegründeten Chanson-Kabarett-Duo Crémant & Chardonnay steht sie nun auch als Solistin Lucy van Kuhl auf der Bühne. Corinna Fuhrmann lebt in Südfrankreich, Berlin und – wie schon gesagt – auf Reisen.
    "In Corinna Fuhrmanns Bewerbung haben wir Originalität, Lust am Spielen und große Experimentierfreude entdeckt", sagt die Jury, "ihre Texte sind virtuos. Da sich all das auch über die Arbeit von Hans Bradtke sagen lässt, empfanden wir (und die Stifterin) Corinna Fuhrmann als ideale erste Trägerin des Hans-Bradtke-Förderpreises."
     
    Wir gratulieren den Preisträgern!
     
    Foto-Copyright: Masha Potempa


  • Dienstag, 17. Oktober 2017

    Herzlichen Glückwunsch zum 80. Geburtstag, Erich Offierowski!

    "Der Knabe", sprach man damals, "macht sich".
    Nun ward das Bübchen Samstag 80.
    Das Leben voller Drang und Taten
    genießt mit Rotwein er im Garten -
    und heut sogar mit Sonnenschein.
    Gesundheitlich könnt's besser sein.
    Doch woll'n wir jetzt an Gutes denken,
    die Sinne auf das Schöne lenken.
    Genieß das Leck're und das Rare.
    Wir wünschen dir noch viele Jahre.
    Du bist kein bunter Hund wie Lassie
    wirst wohl nicht mehr berühmt wie Messi,
    auch nicht so reich wie Lewandowski.
    Doch du bist: Erich Offierowski.

     
    Mit diesen Zeilen von Klaus Pelizaeus gratulieren wir unserem Mitglied Erich Offierowski zum 80. Geburtstag, den er am vergangenen Samstag feiern durfte.
    Herzlichen Glückwunsch, lieber Erich, und viel Gesundheit und Glück zum Geburtstag!
     
    Erich Offierowski wurde am 14. Oktober 1937 geboren. Als deutscher Textdichter wurde er durch seine zahlreichen Erfolge mit Songtiteln für Gitte ("Junger Tag"), Claudia Jung ("Stumme Signale"), Kristina Bach ("Erst ein Cappuccino"), Roberto Blanco, Karel Gott, Adam & Eve, Fernando Express u.v.a. bekannt. Für sein umfangreiches Schaffen erhielt er zahlreiche Gold-Awards sowie 2003 den Willy-Dehmel-Preis. Außerdem saß er viele Jahre lang im Dienste seiner Kollegen in verschiedenen GEMA-Ausschüssen, u.a. im Aufnahme-, Werk-, Wertungs- und Hörfunkausschuss sowie als Geschäftsführender Kurator der Abteilung Textdichter in der GEMA-Sozialkasse.


  • Freitag, 29. September 2017

    GEMA und Konzertverbände einigen sich auf neuen Tarif

    Die GEMA und die Konzertverbände haben sich auf einen neuen höheren Tarif in Höhe von 7,6% der Nettoumsätze aus dem Kartenverkauf bei Konzerten bis zu 15.000 Besucher geeinigt. Bei Konzerten über 15.000 Besucher beträgt der Tarif neuerdings sogar 8%. "Sehr erfreulich ist die Tatsache, dass der GEMA neuerdings das Recht eingeräumt wurde, die Bücher der Konzertveranstalter zu prüfen", urteilt DTV-Präsident Frank Ramond, "bisher war die GEMA bei der Einschätzung der Richtigkeit der Angaben der Besucherzahlen auf eigene Einschätzungen und Presseberichte angewiesen. Die völlig unverständliche Herabsetzung der Tarife bei Konzerten bis 2000 (!) Besucher auf jetzt 5,6% indes ist leider geblieben. Diese Grenze sollte meines Erachtens dringend gesenkt werden, da Konzerte mit über 500 zahlenden Besuchern einer Förderung durch die Urheber wahrlich nicht bedürfen. Bei der Bewertung der Tarifhöhe ist außerdem zu berücksichtigen, dass den Veranstaltern von der GEMA nach wie vor Nachlässe in Höhe von bis zu insgesamt 34% eingeräumt werden."
     
    Die Pressemeldung der GEMA zu den neuen Konzerttarifen finden Sie hier.


  • Donnerstag, 29. Juni 2017

    DEUTSCHER MUSIKAUTORENPREIS 2018: Jetzt Nominierungsvorschläge einreichen!

    Im kommenden Jahr wird der Deutschen Musikautorenpreis bereits zum zehnten Mal verliehen: Am 15. März 2018 werden erneut Komponisten und Textdichter auf der Bühne stehen, die die Musikkultur in Deutschland geprägt und beeinflusst haben.
    Mitglieder der Berufsverbände können Preisträger für den Deutschen Musikautorenpreis 2018 vorschlagen. Diese Empfehlungen fließen in die Entscheidung der Jury ein, die von der Akademie Deutscher Musikautoren gewählt wurde und über die Nominierungen und Preisträger entscheidet. Damit wird das Motto "Autoren ehren Autoren" lebendig.

    Die Kategorien 2018
    Die Akademie Deutscher Musikautoren hat für 2018 nachstehende Preiskategorien festgelegt, für die Sie Komponisten/-innen und Textdichter/-innen vorschlagen können:
    • Lebenswerk (Sparte U)
    • Nachwuchspreis (Sparten E und U)
    • Komposition Audiovisuelle Medien (Sparte U)
    • Komposition Dance/Elektro (Sparte U)
    • Komposition Rock/Metal (Sparte U)
    • Komposition Experiment Stimme (Sparte E)

    • Komposition Solokonzert (Sparte E)
    • Text Hip-Hop
    • Text Pop

    Die zehnte Kategorie „Erfolgreichstes Werk“ folgt keiner Juryentscheidung. Der/Die Preisträger/-in wird durch GfK Entertainment GmbH ermittelt.

    Einreichung von Nominierungsvorschlägen
    Wir bitten Sie, Ihre Vorschläge spätestens bis zum 31. Juli 2017 einzureichen.
    Ein Nominierungsvorschlag sollte Folgendes enthalten:
    1) die Angabe des musikalischen Genres, auf das der/die Vorgeschlagene spezialisiert ist
    2) eine kurze biographische Information
    3) eine kurze Nominierungsbegründung
    4) Referenzen, z.B. in Form von CDs, Hörpro- ben, DVDs, Partituren, Links zu Webseiten.

    Bitte beachten Sie, dass mit dem Deutschen Musikautorenpreis Autoren/-innen für ihr herausragendes und bereits erfolgreiches musikalisches Schaffen geehrt werden. Für die Ehrung von Nachwuchsautoren/-innen gibt es eine eigene Kategorie.
    Die Vorschläge können durch die Geschäftsstelle des Verbandes übermittelt oder direkt an info@musikautorenpreis.de bzw. folgende Adresse gesendet werden:

    GEMA – Deutscher Musikautorenpreis
    Rosenheimer Str. 11
    81667 München
     
    Weitere Informationen unter: www.musikautorenpreis.de


  • Montag, 19. Juni 2017

    MAKE THE INTERNET FAIR - Auftakt einer neuen Kampagne für Kreativschaffende

    Als Mitglied der European Composer and Songwriter Alliance (ECSA) wurde der DTV auf ein neues Schreiben der Initiative MAKE THE INTERNET FAIR aufmerksam gemacht, das wir Mitgliedern und Interessierten dringend ans Herz legen möchten. Es wurde jüngst zusammen mit einer Petition auf der Projekt-Webseite veröffentlicht. 
     
    Dazu heißt es seitens der Initiative:
    Online-Plattformen, die Ihre Werke hosten und aktiv monetarisieren, fallen momentan unter eine Gesetzeslücke. Daher kommen die Betreiber auch damit durch, Ihnen die Bezahlung Ihres angemessenen Anteils vorzuenthalten.
    Auch wenn die Europäische Kommission Ihrer Stimme letzten Sommer Gehör geschenkt und eine ausgewogene Urheberrechtsgesetzgebung vorgeschlagen hat, ist eine Abschwächung durch das Europäische Parlament und den Rat (die Mitgliedstaaten) nicht ausgeschlossen.
    Daher ist es jetzt an der Zeit, dass Sie Ihrer Stimme in Brüssel Gehör verschaffen, so dass die neue Urheberrechtsgesetzgebung Ihre Interessen schützt und nicht die der Internetriesen.
     
    Im Rahmen der großen „Meet the Authors“-Konferenz am 30. Mai in Brüssel wurde dazu ein neues Schreiben lanciert - als Auftakt einer neuen Kampagne für Kreativschaffende. Bitte dringend lesen-unterzeichnen-weiterleiten! Danke!
    Der DTV-Vorstand

    >>> Schreiben und Petionen auf www.makeinternetfair.eu

     


  • Freitag, 02. Juni 2017

    TZ berichtet über DTV-Mitgliederfest

    Schon vor zwei Jahren widmete die Münchener tz dem Deutschen Textdichter-Verband eine ganze Seite ihrer begehrten Wochenend-Ausgabe. Jetzt brachte das Blatt den Verband und seine Mitglieder anlässlich des Frühlingsfestes erneut ganzseitig ins Gespräch. Danke an Susanne Sasse für den äußerst lesenswerten, wohlmeinenden Artikel!
     
    Wir fühlen uns geehrt!
     
    Den kompletten Artikel in höherer Auflösung finden Sie unter Medienspiegel

     


  • Sonntag, 28. Mai 2017

    Erfreuliche Nachricht von DTV-Präsident Frank Ramond zum Thema Gleichstellung Komponist/Textdichter

    Liebe Mitglieder des DTV,
     
    ich kann Euch die erfreuliche Mitteilung machen, dass der Textdichter-Antrag Nr. 43 im Zuge der Mitgliederversammlung der GEMA angenommen wurde.
    Damit ist § 193 des Verteilungsplans „Freie Vereinbarkeit bei Werken der Unterhaltungsmusik“ dahingehend geändert worden, dass zu einer vom Verteilungsplan abweichenden freien Vereinbarung des Anteilschlüssels im Aufführungsrecht (Konzerte/Radio/TV) keine Unterschrift der Beteiligten mehr eingeholt werden muss. In Zukunft kann die Aufteilung von einem am Werk beteiligten Berechtigten gemeldet werden, der versichert sich die Zustimmung der anderen berechtigten Urheber (z.B. per Mail) eingeholt zu haben.
    Der auf 50/50 geänderte Split im Aufführungsrecht kann nach Einhaltung der Zustimmung der Komponisten in Zukunft dann neuerdings direkt mit der Anmeldung des Werkes bei der GEMA vorgenommen werden.
     
    Wir Textdichter bekommen im Aufführungsrecht im Regelfall zwei 12tel weniger als die beteiligten Komponisten.Unsere Bemühungen diese unzeitgemäße Ungerechtigkeit im Verteilungsplan zu ändern sind immer wieder am großen Widerstand der Komponistenkurie gescheitert.
    Um diesen Misstand zu korrigieren musste man als Textdichter(in) bisher für jede Werkanmeldung nachträglich die schriftliche Genehmigung der 50/50-Aufteilung bei jedem beteiligten Urheber einholen. Dies stellte eine große Hemmschwelle dar, weil der beteiligte Komponist zusätzlich zu seiner Zustimmung etwas abzugeben auch noch tätig werden musste und ggf. sogar Portokosten anfielen.

    Die Änderung des § 193 stellt eine enorme Erleichterung dar und bringt uns der Verteilungs-Gerechtigkeit einen scheinbar kleinen, aber vermutlich in ganz vielen Fällen entscheidenden Schritt näher!
    Ich danke den anderen beiden Kurien für ihr Verständnis und ihre konstruktive Mitwirkung!

     
    Solltet Ihr Fragen haben, meldet Euch gerne per Mail.
    Euer
    Frank Ramond


  • Freitag, 26. Mai 2017

    GEMA-Mitgliederversammlung: Musikautoren und Verleger stimmen eindeutig für gemeinsame Beteiligung

    Vom 22. bis 24. Mai 2017 fand in München die jährliche Mitgliederversammlung der GEMA statt. Beherrschendes Thema war die Neuregelung der Verlegerbeteiligung. Erstmals wurden die neuen elektronischen Mitwirkungsrechte für die Mitglieder der GEMA nach dem Verwertungsgesellschaftengesetz (VGG) umgesetzt. Im Rahmen der Hauptversammlung nahmen hr2-Kultur und SWR4 den Radiokulturpreis entgegen. Im Anschluss an die Mitgliederversammlung wählte der Aufsichtsrat Dr. Ralf Weigand zu seinem neuen Vorsitzenden, nachdem Prof. Dr. Enjott Schneider nach fünf Jahren den Vorsitz abgab.Mit der Hauptversammlung am 24. Mai 2017 ging die diesjährige Mitgliederversammlung der GEMA in München zu Ende. Rund 700 Komponisten, Textdichter und Verleger diskutierten und verabschiedeten wichtige Regelungen, die vor allem Fragen der künftigen Verteilung der Tantiemen betrafen. Entsprechend den Vorgaben des VGG hatten die Mitglieder erstmals die Möglichkeit, ihre Stimme im Vorfeld per E-Voting abzugeben oder sich in der Mitgliederversammlung vertreten zu lassen. Zudem konnten Mitglieder nach vorheriger Anmeldung die Versammlung ihrer Berufsgruppe sowie die Hauptversammlung per Live-Stream verfolgen. Die Premiere von Stellvertretung und digitaler Partizipation ist gelungen, ohne dass damit aber das bewährte Modell der persönlichen Teilnahme infrage gestellt wäre: „Unsere Versammlung ist in diesem Jahr ähnlich gut besucht wie in den letzten Jahren. Das zeigt also, dass es trotz der neuen Möglichkeiten attraktiv ist, direkt vor Ort dabei zu sein“, begrüßte Dr. Harald Heker, Vorstandsvorsitzender der GEMA, die Mitglieder. Er sieht in E-Voting, Live-Stream und Stellvertretung aber eine gute Ergänzung, um sich an der Gestaltung der GEMA aktiv zu beteiligen und betont: „Es ist wichtig, dass jeder seine Meinung einbringen kann. Das stärkt unsere Binnendemokratie. Und das macht die GEMA als Verein gerade aus.“
     
    Beschlüsse der Mitgliederversammlung: Im Fokus stand die Neuregelung der Verlegerbeteiligung
    Gerichtliche Entscheidungen aus dem letzten Jahr hatten die Beteiligung von Musikverlagen in der GEMA in Frage gestellt und für Rechtsunsicherheit gesorgt. Nachdem der Gesetzgeber bereits korrigierend eingeschritten war, bestand in der Mitgliedschaft der GEMA unter den Autoren und Verlegern große Einigkeit, dass nur eine gemeinsame Beteiligung den Interessen aller Berufsgruppen gerecht wird. So befürworteten die Komponisten, Textdichter und Verleger nahezu einmütig die Neuregelung der gemeinsamen Beteiligung von Urhebern und Verlegern in der GEMA. Die Ausschüttungen der GEMA an Verleger sind damit wieder auf eine verlässliche rechtssichere Grundlage gestellt. Auch Dr. Heker betonte in seiner Rede ausdrücklich: „Autoren und Verleger sind sich seit Jahrzehnten darüber einig, dass beide wirtschaftlich an den Einnahmen durch die Rechteeinräumung partizipieren sollen. Wenn der Urheber den Verleger als Gegenleistung für die verlegerische Tätigkeit entlohnen möchte, ist diese Beteiligung legitim.“

    Auf der Tagesordnung standen zudem verschiedene inhaltliche Änderungen der Satzung und des Verteilungsplans. So wurde anknüpfend an die bereits umgesetzten Reformen der Verteilung im U-Live-Bereich (INKA) und in den Rundfunksparten ein erster Schritt zur Neugestaltung der Verteilung in der Sparte E beschlossen. Weitere Beschlüsse betrafen beispielsweise Neuregelungen zur Wahl der Delegierten der angeschlossenen und außerordentlichen Mitglieder und die Erweiterung des elektronischen Service-Angebots der GEMA.

    Bericht des Vorstandsvorsitzenden Dr. Harald Heker
    Dr. Harald Heker konnte auf das erfolgreichste Ertragsjahr der GEMA zurückblicken: 2016 wurde erstmals die Milliarden-Euro-Marke überschritten. Dies ist unter anderem auf den Vertragsschluss zur Lizenzierung von YouTube im letzten Jahr zurückzuführen. Dr. Heker bekräftigte gegenüber den Mitgliedern in diesem Zusammenhang noch einmal: „Wir setzen uns weiter dafür ein, dass Online-Plattformen in die Verantwortung genommen werden.“ Denn solange diese grundsätzlich keine rechtliche Verpflichtung zur Vergütung der Rechteinhaber treffe, seien Verhandlungen auf Augenhöhe letztlich nicht möglich und führten zu einem Wertetransfer zu Lasten der Urheber, der gestoppt werden müsse.
    Zudem ging Dr. Heker auf die öffentliche Wahrnehmung der GEMA ein. Diese wandele sich zusehends, und ihr starkes kulturelles Engagement sei mittlerweile im Bewusstsein von Gesellschaft, Politik und Medien verankert. Denn schließlich „ist die GEMA eine Autorengesellschaft, eine Solidargemeinschaft von kreativen Köpfen, die den Wert von Musik als Kulturgut in die Öffentlichkeit tragen wollen.“ Ausdruck findet dies etwa in den unterschiedlichen Preisen, die die GEMA jährlich vergibt, darunter der Deutsche Musikautorenpreis für herausragendes musikalisches Schaffen, der Fred Jay Preis für deutschsprachige Textdichterkunst und seit drei Jahren auch der Radiokulturpreis, mit dem kulturell herausragende Programme ausgezeichnet werden. Den Radiokulturpreis nahmen Vertreter der diesjährigen Preisträger hr2-kultur sowie SWR4 Baden-Württemberg und SWR4 Rheinland-Pfalz erstmals in der Hauptversammlung entgegen.

    Aufsichtsrat: Neuer Vorsitzender und stellvertretender Vorsitzender
    Prof. Dr. Enjott Schneider, seit 2012 Vorsitzender des Aufsichtsrats der GEMA, kündigte in der Hauptversammlung an, für dieses Amt nicht wieder kandidieren zu wollen: „Die zunehmenden Komponier- und Konzertverpflichtungen, verbunden mit Reisen quer durch Europa und rund um den Erdball u.a. nach China, Russland, Amerika, Brasilien, haben zu permanenten Terminkollisionen geführt und eine Entscheidung erforderlich gemacht. Trotz aller Liebe zur GEMA-Arbeit habe ich mich ,für die Musik‘ im künstlerischen Sinne entschieden.“ Die in München versammelten Mitglieder der GEMA dankten Prof. Schneider, der weiterhin Aufsichtsratsmitglied bleibt, mit lang anhaltendem Beifall. Zu seinem Nachfolger wählte der Aufsichtsrat in einer Sitzung im Nachgang zur Hauptversammlung Dr. Ralf Weigand aus der Berufsgruppe der Komponisten. Zum stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden für die Berufsgruppe der Textdichter wählte der Aufsichtsrat Stefan Waggershausen, der in diesem Amt auf den kürzlich verstorbenen Frank Dostal folgt. Für die Berufsgruppe der Musikverleger wurde Karl-Heinz Klempnow als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender wiedergewählt. Außerdem wurde Rudolf Müssig als ordentliches Aufsichtsratsmitglied der Textdichter von der Mitgliederversammlung bestätigt.
    Die GEMA vertritt in Deutschland die Urheberrechte von rund 70.000 Mitgliedern (Komponisten, Textautoren und Musikverleger) sowie von über zwei Millionen Rechteinhabern aus aller Welt. Sie ist weltweit eine der größten Autorengesellschaften für Werke der Musik.
     
    Quelle: GEMA


  • Montag, 22. Mai 2017

    Deutscher Textdichter-Verband e.V. hat neuen Vorstand gewählt

    Nach dem plötzlichen und unerwarteten Tod des DTV-Präsidenten Frank Dostal (16.12.1945 - 18.04.2017) hat sein Stellvertreter Frank Ramond bereits im April die Geschäfte des Deutschen Textdichter-Verbands e.V. übernommen und vor allem gemeinsam mit Schatzmeisterin Suzan "Suzy" Frauenberger für einen reibungslosen Ablauf von Jahreshauptversammlung, Frühlingsfest und Verleihung des Willy-Dehmel-Preises gesorgt.
    Bei der Jahreshauptversammlung am Montag, den 06. Mai 2017 wurde Frank Ramond einstimmig zum Präsidenten des Verbands und damit zum Nachfolger von Frank Dostal gewählt. Als Stellvertreter rückte Tobias Reitz nach. Bis dato war er Beirat im Vorstand des DTV. Bestätigt wurden Suzy Frauenberger als Schatzmeisterin und Peter Zentner als Schriftführer sowie die bisherigen Beiräte Thomas Woitkewitsch und Klaus Pelizaeus.
    Neu zum Beirat gewählt wurde Lukas Hainer. Mit 28 Jahren ist er nicht nur das jüngste DTV-Vorstandsmitglied, sondern auch einer der jüngsten Erfolgs-Textdichter dieser Zeit. Er lebt in München.
    Der Vorstand des Deutschen Textdichter-Verbands e.V. wird alle drei Jahre gewählt. Das neue Team ist ab sofort im Amt und dankt allen Mitgliedern ausdrücklich für ihr Vertrauen!


  • Montag, 24. April 2017

    Jahreshauptversammlungen, Mitgliederfest & Co.

    Liebe Mitglieder im DTV!
     
    Ihr könnt Euch vorstellen, dass momentan Trauer und Bestürzung die Arbeit des DTV überschatten. Nichtsdestotrotz ist dies auch die Zeit, in der wir Euch über die anstehenden Sitzungen und unser Mitgliederfest informieren sollten. Dankenswerterweise hat Suzy Frauenberger - rührig und zuverlässig wie immer - alle nötigen Infos zusammengestellt:
     
    Der DTV hat wieder ein Sonderkontingent im Hotel IBIS Parkstadt Schwabing. Dieses Abrufkontingent wurde aufgrund der momentanen Situation verlängert bis zum 02. Mai 2017.
    Zimmer-Preis: € 81,00 excl. Frühstück pro Zimmer und Nacht.
    Von Parkstadt Schwabing zur GEMA-Tagung (Arabella-Park) mit Trambahn (23) und Bus (59) knapp 20/25 Min. inkl. Fußweg. Auto/Taxi maximal 15 Min. (Rush-Hour). Taxi-Kosten ca. 10 -15 Euro.
    Die Mitgliederfest-Location befindet sich in der Nachbarschaft - es sind nur wenige Minuten Fußweg!
    Bitte nutzt zur Buchung dieses Formular.
     
    Die Details zu den Sitzungen findet Ihr auf der Seite Termine.
     
    Bei Rückfragen:
    Suzy Frauenberger (Tel: 089-4302061 oder effel-suzan@t-online.de) 
     
    Schließen wir mit Franks Worten:
    Friede sei mit uns.


  • Donnerstag, 20. April 2017

    Wir trauern um Frank Dostal

    Der Deutsche Textdichter-Verband trauert um
    seinen Präsidenten
    FRANK DOSTAL,
    der im Alter von 71 Jahren in der Nacht auf den 18. April in Hamburg verstorben ist. Er hinterlässt seine Frau Mary und zwei Kinder.
     
    Mit Frank verlieren wir Textdichter und Musikautoren einen hochtalentierten und extrem erfolgreichen Kollegen, einen der engagiertesten und respektiertesten Kämpfer für die Rechte der Autoren nicht nur im Inland, sondern weit über die Grenzen Deutschlands hinaus.
    Der Deutsche Textdichter-Verband e.V. verliert mit ihm außerdem seinen Präsidenten. Zehn Jahre lang, seit 2007, führte Frank Dostal den Verband mit ruhiger, bestimmter Hand, Mut, Geduld und Weitsicht.
    Vor allem aber verlieren wir einen treuen, großherzigen, unglaublich hilfsbereiten, von uns allen sehr geliebten und geschätzten Freund.
     

    Frank Dostals Lebensweg
    frei nach der Laudatio seines Freundes Jörg Evers anlässlich der Verleihung des GEMA-Ehrenrings an Frank Dostal im Dezember 2014
     
    Am 16.Dezember 1945 wurde Frank in Flensburg geboren.
    Kurze Zeit später zog die fünfköpfige Familie Dostal (Frank hatte noch einen älteren Bruder und eine ältere Schwester) nach Hamburg.
     
    Während seiner frühen Jugendzeit interessierte er sich besonders für die Literatur der Existenzialisten um Jean-Paul Sartre und später hatten es ihm die Beatniks um Jack Kerouac und Allen Ginsberg angetan.
    Gleichzeitig versorgten ihn seine älteren Geschwister, die in Internaten in der Schweiz und England aufwuchsen, bei ihren Heimatbesuchen mit den neuesten  Jazzplatten, so dass der kleine Frank bald die gesamte LP „Ella and Louis sing Porgy and Bess“ auswendig mitsingen konnte, jedoch ohne ein einziges Wort Englisch zu verstehen. Seine ungewöhnliche Faszination und Begabung für den Klang einer Sprache wurde hier bereits offenkundig.
    Als schon von weitem erkennbarer Anhänger der Existentialisten, als sog. „Exi“ hing er dann im zarten Alter von 13, 14,  in Hamburgs Jazzkellern rum und hatte größtes Vergnügen damit, bei den auftretenden Bands ständig seine Wunschtitel zu bestellen.
     
    Weil er inzwischen seine Englisch-Kenntnisse  durch das ständige Platten-Abhören  eindrucksvoll ausbauen konnte, dauerte es nicht lange, bis er selbst, als Sänger und Ukulele-Spieler, die ersten musikalischen Bühnenerfahrungen machen konnte; und zwar mit der Schüler-Skiffle-Band „Bismarck Skiffle Group“, benannt nach dem von ihm besuchten Bismarck-Gymnasium.
    Doch sein damals eher intellektuell-elitäres „Exi“-Kultur-Bewusstsein sollte bald empfindlich in seinen Grundfesten erschüttert werden. Das geschah – einem Erweckungserlebnis gleich – beim ersten Mal, als er die Single „Tutti Frutti“ von Little Richard hörte, die ihm sein Bruder aus England mitgebracht hatte.
    Die ungebändigte Wildheit und rohe Energie dieser Aufnahme überzeugten und faszinierten Frank sofort, obwohl das eigentlich die, von den eingefleischten „Exis“ verpönte, „Rocker- und Halbstarken-Musik“ war. 
    So fand sich Frank unversehens zwischen zwei Welten wieder: einerseits literarisch von den „Exis“ angezogen, andererseits musikalisch von der schieren Kraft des „Rock’n‘Roll“ überwältigt.
    Gott sei Dank war er nicht der einzige, dem es so ging: einer Gruppe um Klaus Voormann und Astrid Kirchherr ( die später den Beatles ihre „Beatles-Frisur“ verpasste) ging es ähnlich. Nur unter dem Schutz der Kellner und Clubbesitzer wurden sie nicht  von den Rockern „aufgemischt“, wenn sie im „Kaiserkeller", „Indra“ oder „Top Ten“ ihre gemeinsame Lieblingsmusik hörten. Sie brachten ja auch ordentlich Geld in die Lokale.
     
    Der Zufall wollte es, dass Frank auf dem Kiez Jürgen Otterstein kennenlernte, der dringend für eine Band einen Sänger suchte. Da Frank alle angesagten Lieder und Texte auswendig mitsingen konnte, wurde er  am Tag darauf, im zarten Alter von 17,  Sänger bei „The Shevils“.
    Schnell machte sein Ruf als hervorragender Rock’n’Roll und Beat-Sänger in den einschlägigen Hamburger Musikerkreisen die Runde.
    Er sang dann bei den „Sharks“ und den „Giants“, und als 1962 endlich der legendäre „StarClub“ aufmachte, konnte Frank sagen „Ich spiel auch in ’ner Band“ und hatte  –   durch sein gutes Englisch - leicht Kontakt zu den dort auftretenden Gruppen.
    Im „StarClub“ traten damals viele Gruppen aus Liverpool auf, neben den Beatles auch 1964 eine Girls-Beat-Gruppe mit dem Namen „Liverbirds“. So lernte Frank die Liebe seines Lebens und spätere Ehefrau Mary kennen. Sie war die Bassistin der Band. Sie bekamen zwei Kinder und wurden später vierfache, stolze Großeltern.
     
    Frank war vom „Beat“ als Synonym für Freiheit und Action völlig infiziert, was ihn immer mehr von dem Ideal einer akademischen, in starren Bahnen verlaufenden Ausbildung entfremdete. Er entschied sich daher – knapp 4 Monate vor dem Abitur – die Schule abzubrechen.
    Das führte natürlich zu einem gewaltigen Familieneklat. Ein Familienrat wurde einberufen, und da Frank unbeirrt und eisern daran fest hielt, dass für ihn seine Zukunft nur in der Beatmusik, auf der Bühne, im Übungsraum und im Texte-Schreiben vorstellbar war, wurde ihm eine Galgenfrist von zwei Jahren zugebilligt, innerhalb derer er es seinen Angehörigen beweisen musste, dass er richtig lag.
    Und er lag richtig:
    Mit der Band „Faces“ gewann er anschließend  den größten, überregionalen Nachwuchswettbewerb, veranstaltet vom „StarClub“. Siegesprämie war  
    1. ein Plattenvertrag bei „StarClub Records“ und                                                              
    2. (gestiftet vom Beatles-Manager Brian Epstein höchstpersönlich) die erste elektrische Gitarre von George Harrison.
     
    1966 standen dann die „Rattles“, die äußerst erfolgreiche Stammband des „StarClubs“ vor seiner Tür und baten ihn, bei ihnen als Sänger einzusteigen, da ihr damaliger Sänger, Achim Reichel, zur Bundeswehr musste. So wurde Frank Sänger der damals bekanntesten deutschen Beatband.
    Mit den „Rattles“ tourte er fast permanent durch große und mittlere Hallen und Clubs als alleinige Headliner oder mit anderen berühmten Bands jener Zeit, wie z.B. „Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich“ oder der „Spencer Davis Group.“
    1968 verließ Frank die „Rattles“ und mit-begründete als Sänger die erste deutsche Super-Group „Wonderland“,  bestehend aus den ehemaligen „Rattles“-Kollegen Dicky Tarrach am Schlagzeug und Achim Reichel, Helmut Franke, Gitarre, und Les Humphries, Keyboards. Sie wurden von keinem Geringeren als James Last produziert und hatten mit „Moscow“ ihren ersten großen Hit.
    „Wonderland“ tourten von Anfang an sehr erfolgreich durch die Lande und veröffentlichten zahlreiche Topseller mit Texten von Frank.  Zu erwähnen ist u.a. eine mehrwöchige Tournee mit den just zu Weltruhm aufsteigenden „BeeGees“. Deren Manager, ein gewisser Robert Stigwood, der später u.a. den Film „Saturday Night Fever“ produzieren sollte, hatte ein Auge auf Frank geworfen und bot ihm und „Wonderland“ einen Managementvertrag an, der jedoch von der damals üblichen anglo-amerikanischen, rigorosen alleinigen Entscheidungsmacht des Managers bestimmt war.  Für den freiheitsliebenden Frank war dies inakzeptabel. Er lehnte dankend ab.
    1968 übernahm dann Frank, zusammen mit Achim Reichel und Kuno von den „Rivets“ den legendären „StarClub“. Sie engagierten u.a. so epochemachende Gruppen wie „Yes“, „Uriah Heep“, „Deep Purple“ und „Black Sabbath“, bevor sie dann – wie viele andere Live-Clubs – dem unaufhaltsamen Aufstieg der Diskotheken Tribut zahlen mussten .
    Silvester 1969 öffnete der weltweit bekannteste Musik-Club Deutschlands zum letzten Mal seine Pforten und stürzte seine verbliebenen, idealistischen Teilhaber unbarmherzig in die Pleite.
    Frank musste sich völlig neu orientieren.
     
    Die Geburt seiner Tochter Melanie, im Juni 1969 – also noch vor dem „StarClub“-Desaster – und sein allmählich schwindendes Interesse an Tourneen und Auftritten, bewog ihn dazu, seine Karriere als Sänger ausklingen zu lassen, um sich einerseits mehr dem Aufwachsen seiner Tochter widmen, und andererseits seine Talente „hinter den Kulissen“, als  freischaffender Textdichter und Musikproduzent, verfeinern zu können.   
    Diese Entscheidung sollte er nicht bedauern. Ab der 2. Hälfte der Siebziger-landete Frank einen Hit nach dem anderen.
    Er schrieb u.a. 1976 den größten Musikboxen-Hit, der je in Deutschland lief: “Unterm Schottenrock ist gar nichts“ von Nico Haak. 
    1977 folgte dann mit 2 Millionen Single-Verkäufen (nach damaligen Regeln Platin) einer der größten deutschen Hits überhaupt, „Das Lied der Schlümpfe“ mit Vader Abraham.
    Auf Fuerteventura hörte ein Mitarbeiter einer Plattenfirma im Hotel den Gesang von zwei jungen Tänzerinnen des spanischen Fernsehballetts, Maite und Maria, und lud sie für ein Wochenende nach Hamburg für Plattenaufnahmen und Fotosessions ein. Frank und der Komponist Rolf Soja sollten davor innerhalb von eineinhalb Tagen einen passenden Titel schreiben und vorproduzieren. Es gelang ihnen, innerhalb dieser extrem kurzen Zeit einen Titel aus dem Boden zu stampfen, der Franks größter weltweiter Erfolg werden sollte , in allen internationalen Hitparaden (außer den USA) Nr. 1 wurde und mehr als 47 Goldene Schallplatten hervorbrachte: „Yes Sir, I Can Boogie“ von Baccara.
    In den kommenden Jahren folgten noch zahlreiche Hits für „Baccara“ wie „Sorry, I’m a Lady“ und „Parlez-vous francais?“ (dieser Titel erreichte den 2. Platz beim Grand Prix Eurovision),
    für Dieter Hallervorden und Helga Feddersen „Du, die Wanne ist voll“,
    Titel für Roberto Blanco, der Goombay Dance Band, und für den Weltstar Nana Mouskouri der Dauerbrenner „Lieder, die die Liebe schreibt“  … und viele, viele andere.
    Mit seinem Schaffen zeigte Frank seine ungeheuerliche Wandlungsfähigkeit und Stilsicherheit, mit der er die Herzen seiner Zuhörer verführen konnte, wie z.B  auch als Autor der zwei Kindermusicals „Sesamstraße“ und des Musicals  „Der Bär im großen blauen Haus“, die sehr erfolgreich in ganz Deutschland auf Tournee gingen.
    Auch als Produzent wurde diese künstlerische Flexibilität von Erfolg gekrönt: So produzierte Frank , neben Klezmer-Bands und anderen Bands, seit nunmehr über 40 Jahren alle Tonträger von Axel Zwingenberger, welcher erst kürzlich wieder in den USA zum besten Boogie-Woogie-Pianisten der Welt gewählt wurde. Selbst so illustre Größen wie Lionel Hampton und Rolling-Stones-Schlagzeuger Charlie Watts, ließen es sich nicht nehmen, auf diesen Aufnahmen zu spielen.      
     
    Frank hat mit all seinen Tätigkeiten und Talenten einen gewaltigen Erfahrungsschatz aufgehäuft, den er aber nicht egozentrisch und eigenbrötlerisch für sich behielt, sondern bereitwillig mit  Kollegen und Kolleginnen teilte. Seine ausgeprägte soziale Ader und sein profundes Fachwissen haben ihn zu einem überall gefragten und respektierten Ratgeber im Musikbusiness werden lassen.
    Der GEMA und ihren Mitgliedern konnte also gar nichts Besseres passieren, als Frank 1994 in den Aufsichtsrat gewählt wurde. Er wurde außerdem später stellvertretender Vorsitzender des GEMA-Aufsichtsrates, Vorsitzender der GEMA-Stiftung, des Kommunikations-Ausschusses, Aufsichtsratsmitglied in der Initiative Musik, Präsident des Deutschen Textdichterverbandes,  Beiratsmitglied der GVL und Vorstandsmitglied von RockCity Hamburg.
    Mit seiner Beharrlichkeit, seiner Geradlinigkeit, seinem Mut, und seiner Wissbegier für anscheinend auch unbedeutende Details erwies sich Frank immer wieder als unverzichtbare, gewissenhafte Stütze der Aufsichtsorgane. Mit außergewöhnlichem Engagement und seinem feinen Gespür war er geradezu der Idealtypus eines verantwortungsvollen Aufsichtsratsmitglieds.
    Seine konstruktiven Beiträge haben schon viele Male die GEMA vor drohendem Ungemach bewahrt. Er war einer der ersten, der auf die potentiell existenzbedrohende Herausforderung durch das Internet hinwies. Das alles garnierte er oft mit seinem unverwechselbaren Humor, der in einer selbstironischen Distanz und Lebensweisheit verankert war.


  • Montag, 06. März 2017

    Elektronisches Bestätigungsverfahren (EBV) zur Verlegerbeteiligung - Infos und Empfehlungen des DTV

    Liebe Mitglieder im DTV !
     
    Bislang schienen die vielen, vielen Telefonate von Mitgliedern mit unserer Rechtsberaterin Katrin Busch und Frank Dostal zusätzlich zu den sehr detaillierten GEMA-Informationen zum Thema individuell auszureichen. Da die Fragen jedoch nicht abebben, kommen hier einige allgemeine Empfehlungen, die hoffentlich hilfreich sind.
     
    Um die Wortflut einzuschränken, sind im Text auch Teile eines Schreibens enthalten, das der Deutsche Komponistenverband (DKV) und der Composers Club (CC) in Abstimmung mit dem DTV just versandt haben, diese Teile sind schräg gedruckt.
     
    Zwei Gerichtsurteile in den letzten Monaten bewirken, dass die GEMA schriftliche Bestätigungen der beteiligten Autoren braucht, um die Verlage an den Verteilungen einerseits seit 01.07.2012 bis 01.10.2016 und andererseits ab 01.01.2017 beteiligen zu können. 
     
    Um das Bestätigungsverfahren zu vereinfachen, wurde im GEMA-Aufsichtsrat unter Beteiligung aller drei Berufsgruppen (Komponisten, Verleger, Textdichter) ein Formschreiben entwickelt und mit großer Mehrheit beschlossen, dieses als Musterformular "Bestätigungsvereinbarung" für die Mitglieder zu empfehlen.   
     
    In diesem Musterformular wird der Sachverhalt der geinsamen Beteiligung klar dargelegt, inklusive der Möglichkeit der unterschiedlichen individuellen Entscheidung
    1. bei den unterschiedlichen Zeiträumen (Vergangenheit: 01.07.2012 bis 2016, Zukunft: ab 01.01.2017) und
    2. bei den unterschiedlichen Rechten (a) Nutzungsrechte, (b) sog. gesetzliche Vergütungsansprüche.
     
    Leider haben etliche Verlage das Formular in einer Weise abgeändert, die die Möglichkeiten der unterschiedlichen Zustimmungen/Ablehnungen nicht klar sichtbar machen. Dies entspricht nicht dem Empfehlungsbeschluss des Aufsichtsrats der GEMA und auch nicht den Interessen der Urheber.
     
    Natürlich darf jeder Verlag Verträge aufsetzen, wie er lustig ist. Aber wir empfehlen unseren Mitgliedern, wenn sie die Beteiligung des Verlages ganz oder teilweise bestätigen wollen, die GEMA-Fassung der Bestätigungsvereinbarung zu verwenden. Damit entfällt das Risiko, dass das vom Verlag abgeänderte Formular evtl. nicht wirksam ist, weil etwa z.B. im Weglassen der sichtbaren Unterscheidung zwischen der Bestätigung für die normalen Nutzungsrechte und für die Gesetzlichen Vergütungsansprüche eine "arglistige Täuschung" liegen könnte. Würde der Verlag den Autoren also darüber täuschen, dass er die Bestätigungsvereinbarung für "normale" Nutzungsrechte und Gesetzliche Vergütungsansprüche unterschiedlich abgeben kann, könnte der Autor seine Bestätigung anfechten, und sie wäre damit von Anfang an unwirksam.
     
    Derartige Folgen, solche Unsicherheit möchten wir für Autoren, Verleger und nicht zuletzt für unsere GEMA vermeiden, und hoffen, mit der vorgeschlagenen Lösung wieder Vertrauen für eine gedeihliche gemeinsame Zukunft in der GEMA herzustellen. 
     
    >> In Kürze: >>
     
    Es besteht keine Eile! Wir empfehlen, sich bis Mitte April zu entscheiden. 
     
    Jeder Autor sollte sich für jedes verlegte Werk in Ruhe überlegen, wie sein Verhältnis zum jeweiligen Verlag ist und ob und in welchen Teilen für Vergangenheit bzw. Zukunft er der Bestätigungsvereinbarung zustimmt. Das ist seine eigene Entscheidung.  
     
    Gegebenenfalls kann Nachbesserung/Aktualisierung einzelner Modalitäten im Verlagsvertrag wünschenswert sein, z.B. bei alten Verträgen, in denen der Verlag noch mit 50% aus der Mechanischen Vervielfältigung beteiligt ist, und nicht, wie heute üblich, mit nur 40%.
     
    Durch das "Wandern" von Verlagskatalogen oder sonstige Unklarheit wissen manche Autoren nicht, um welche Werke es sich im einzelnen handelt; hier könnt Ihr jeweils eine Werkeliste beim Verlag erbitten, um besser entscheiden zu können.
     
    Verleger ist für (a) "normale" Nutzungsrechte und/oder (b) gesetzliche Vergütungsansprüche für Privatkopien etc. in der Zeit von Juli 2012 bis Oktober 2016 nur an den GEMA-Ausschüttungen zu beteiligen, wenn Autor dem in der Bestätigungsvereinbarung jeweils zustimmt; andernfalls "Rückabwicklung" an Autor. 
    Ab 01.01.2017: Verlegerbeteiligung an den GEMA-Ausschüttungen aus "normalen" Nutzungsrechten, wenn der Verlagsvertrag dies besagt oder Bestätigungsvereinbarung vorliegt. D.h. hier kann, wenn die Bestätigungsvereinbarung nicht getroffen wird, auch der Verlagsvertrag allein ausreichen, um den Beteiligungsanspruch des Verlages zu begründen; dies müsste dann im Einzelfall geprüft werden. Für Verlegerbeteiligung an gesetzlichen Vergütungsansprüchen ist die Bestätigungsvereinbarung notwendig.
     
     
                                           Vergangenheit                           Zukunft
                                           07.2012-10.2016                       ab 01.01.2017  
                                           ______________                       ____________  
     
    "normale"                       Bestätigungsv. notwendig          Bestätigungsv. empfohlen
    Nutzungsrechte                                                     
     
    gesetzliche
    Vergütungsansprüche    Bestätigungsv. notwendig         Bestätigungsv. notwendig 
    (z.B. Privatkopien)
     
     
    Der Verlag meldet die Bestätigungen der GEMA im sogenannten Elektronischen Bestätigungsverfahren (EBV).
    Die GEMA bestätigt zur Kontrolle auch dem Autoren für jedes Werk die gemeldete/registrierte Verlegerbeteiligung. Falls die Angaben nicht korrekt sind, sollte hurtig widersprochen werden.
     
    Wir hoffen, dies hilft durch diese unruhige Zeit. 
    Solltet Ihr weitere Fragen haben, zögert nicht, Euch zu melden (040/4102161).
     
    Friede sei mit uns
    Präsidium des DTV
    Frank Dostal  -  Frank Ramond


  • Dienstag, 28. Februar 2017

    DEUTSCHER MUSIKAUTORENPREIS 2017: Drei DTV-Mitglieder nominiert

    Große Freude im DTV: Drei Mitglieder im DTV sind für den Deutschen Musikautorenpreis 2017 in der Kategorie "Text Schlager" nominiert: Irma Holder, die "Grande Dame des Schlagers", sowie unsere beiden Vorstandsmitglieder:
    Tobias Reitz (zum zweiten Mal) und Peter Zentner.
     
    Die Karriere der gelernten Bankkauffrau Irma Holder begann Anfang der 1970er Jahre mit Texten für Monica Morell und andere Schweizer Künstler, später für Udo Jürgens. Große Erfolge feierte sie in den 1980er Jahren mit Howard Carpendale, Andy Borg und Roy Black. Zusammen mit Jean Frankfurter führte sie zahllose Künstler der volkstümlichen Musik und des deutschen Schlagers zum Erfolg: Helene Fischer, Michelle, Patrick Lindner, Stefanie Hertel, Kristina Bach, Fernando Express und die Kastelruther Spatzen sind nur einige davon. Ihre größten Hits sind "Hello again" (Howard Carpendale, Musik: Joachim Horn-Bernges/Howard Carpendale), "Die kloane Tür zum Paradies" (Patrick Lindner, Musik: Jean Frankfurter) und "Du hast mich tausendmal belogen" (Andrea Berg, Musik: Eugen Römer, Co-Text: Andrea Berg). 
     
    Peter Zentner, zweisprachige Kindheit in England, Übersetzer des "Beatles‘ Songbook", arbeitete nach den Unis Wien und Cambridge in den USA. Er gilt seit den späten 1970er Jahren als eine der prägenden Gestalten der deutschen Textdichter-Szene. Er schrieb für Baccara, Lesley Hamilton, Waterloo & Robinson und Gitte Haenning (u.a. "Von Hollywood träumen"), ab Mitte der 1980er Jahre auch für Peter Maffay und Vicky Leandros (u.a. "Wunderbar"), später für die Zillertaler Schürzenjäger, Nana Mouskouri und Mireille Mathieu. Zu seinen bekanntesten Werken zählen die französische Version von "Parlez-vous français?" von Baccara (Musik: Rolf Soja, englischer Text dazu übrigens von unserem DTV-Präsi Frank Dostal – der Titel war Luxembourgs ESC-Beitrag 1978) und "Meine Zeit mit dir" von Horst Frank (Musik: Rolf Soja, Co-Text: Horst Frank).
     
    Tobias Reitz studierte Germanistik und Medienwissenschaft und begann parallel dazu das Textdichten. Seine größten Erfolge feierte er mit Helene Fischer (u.a. "Fehlerfrei", "Du fängst mich auf und lässt mich fliegen" – Musik: Jean Frankfurter) und KLUBBB 3 (u.a. "Jetzt erst recht" – Musik: Uwe Busse). Weitere erfolgreiche Veröffentlichungen mit Angelika Milster, Vanessa Mai, Beatrice Egli, Semino Rossi, Anna-Maria Zimmermann und den Flippers. Er leitet gemeinsam mit Edith Jeske die Celler Schule und hat mit ihr auch das "Handbuch für Songtexter" geschrieben. 2016 war er der erfolgreichste Textdichter der deutschen Rundfunk-Hitparaden.
     
    Wir gratulieren den drei Nominierten!
     


  • Freitag, 23. Dezember 2016

    Frohe Weihnachten!

    Wir wünschen allen Mitgliedern, Partnern und Freunden des Deutschen Textdichter-Verbands ein glückliches, friedliches Weihnachtsfest und viel Gesundheit und Glück fürs Jahr 2017!
    Der Vorstand


  • Dienstag, 20. September 2016

    FRED JAY PREIS: Nominierungsstart für Preisträger 2017

    Bis zum 10. Oktober 2016 können Mitglieder der GEMA ihre Nominierungen für den FRED JAY PREIS 2017 einreichen.

    Die GEMA ruft ihre Mitglieder dazu auf, Textdichterinnen und Textdichter für den FRED JAY PREIS 2017 vorzuschlagen. Wichtigstes Kriterium für eine Nominierung ist der Beitrag zur Entwicklung der deutschsprachigen Musikkultur und des deutschen Liedguts im Besonderen. Aus den Nominierungsvorschlägen wählt eine fünfköpfige Fachjury den Preisträger 2017. Die Jury besteht aus zwei Textdichtern des GEMA-Aufsichtsrats (die selbst auch den FRED JAY PREIS gewonnen haben) und drei weiteren ehemaligen Preisträgern: Burkhard Brozat, Frank Ramond, Pe Werner, Anna Depenbusch und Claudia Jung. Die Preisverleihung findet am 22. Mai 2017 im Rahmen des jährlichen Mitgliederfestes der GEMA statt – im kommenden Jahr in München.
     
    Nominierungsvorschläge können bis zum 10. Oktober 2016 bei der GEMA eingereicht werden. Alle Informationen zur Einreichung der Nominierung sowie der Wahl und Preisvergabe lesen Sie unter www.gema.de/fjp.
     
    Nominierungsvorschläge können mit den folgenden Unterlagen per Post oder E-Mail bis zum 10. Oktober 2016 eingereicht werden:
    - Begründung für die Nominierung
    - Kurzbiografie und/oder Website bzw. Social Media Referenzen des Vorgeschlagenen
    - Angabe des musikalischen Genres des Vorgeschlagenen
    - Hör- bzw. Textbeispiele mit Veröffentlichungsvermerk
     
    Einreichung an:
    GEMA – FRED JAY PREIS, Matthias Dengg, Direktion Kommunikation, Rosenheimer Str. 11, 81667 München
    oder per Mail an kommunikation@gema.de.
     
    Über den FRED JAY PREIS
    Der FRED JAY PREIS wurde nach dem Tod des Textdichters Fred Jay (1914-1988) 1989 von seiner Witwe Mary Jay-Jacobson gestiftet. In Gedenken an ihren Mann, den Schöpfer vieler unsterblicher deutscher Liedertexte, wird die Auszeichnung seither jährlich an eine Textdichterin oder einen Textdichter verliehen. Der FRED JAY PREIS ist mit 15.000 Euro dotiert. Nach dem Tod von Mary Jay-Jacobson im Jahr 2010 hat Michael J. Jacobson, der Sohn von Fred Jay und Mary Jay-Jacobson, als Stifter den Preis weiter geführt, indem er der GEMA-Stiftung die Preissumme zur Verfügung stellt.
     
    Quelle: GEMA.
    Auf dem Bild: Die Jury des FRED JAY PREISES: Frank Ramond, PE Werner, Burkhard Brozat, Claudia Jung (Bild: BrauerPhotos © Neugebauer).


  • Mittwoch, 06. Juli 2016

    "Er gehört zu mir" - Das Frühlingsfest des DTV 2016. Ein Bericht von Thomas Woitkewitsch

    Wir Textdichter sind, bis auf wenige Ausnahmen, keine Feierbiester. Doch einmal im Jahr kommen wir aus unserem stillen Kämmerlein nach der Devise: "Ein bisschen Spaß muss sein." Und dann werden wir introvertierten Einzelkämpfer laut DTV-Präsident Frank Dostal zu "geselligen Individualisten". Wann? Beim Mitgliederfest des DTV.
    Suzy Frauenberger, unsere im doppelten Sinn des Wortes Schatzmeisterin, findet alle Jahre wieder eine Location, in der Feiern ein Gedicht ist. Diesmal feierten wir im Restaurant Habel am Reichstag, einem nach eigenen Angaben "traditionellen Treffpunkt von Künstlern, Sportlern, Unternehmern und Ministern." (Man beachte die Reihenfolge!“) Ab und zu hörte man ein mysteriöses Grummeln, was nicht am Essen lag, sondern an der S-Bahn.
     
    Ich danke dem unvergessenen, mit allen Wasser gewaschenen Hans Hee dafür, dass er mir vor fünfzehn Jahren in der Celler Schule die Empfehlung gab: "Wenn du die deutschen Lieder so sehr liebst, komm doch mal zu einer DTV-Mitgliederversammlung. Übersteh die Pflicht und genieße die Kür." Ich habe die Kür wieder mal genossen.
    Warum? Für Tobias Künzel ist unser Mitgliederfest ein "Familiengefühl; nostalgisch, manchmal rührend." Ich schätze die Veranstaltung, weil sie mir ein Wiedersehen mit Freunden ermöglicht und ein Kennenlernen von Kollegen, die ich besonders mag. Ich kriege mit, wie Hits entstanden sind, wie Tourneen laufen und warum Sänger-Textdichter-Ehen zustande kommen, halten oder zerbrechen. Ich profitiere von den Erfahrungen und Ratschlägen von Menschen, die wissen, wovon ich rede.
    Ich begegne GEMA-Vertretern wie Liane Fürst und Dr. Lars Riemer und staune über die Hochachtung und Begeisterung, die die "Funktionäre" unseren "Werken" entgegenbringen.
    Ich genieße es, wenn ein jüngerer Kollege Texte von mir lobt, und wenn ich von mir bislang unbekannten Kollegen erfahre, was für tolle Lieder sie geschrieben haben, Lieder, deren Texte nicht nur ich seit vielen Jahren in und auswendig kenne.
    Eine Zeitung nannte unser Fest einmal: "Die Party der Hitmacher, die keiner kennt." Da ist was dran. Wir, die wir viel häufiger auf ein leeres Blatt blicken, als in Kameras, bleiben stille Stars, wir definieren uns über unsere Songtitel. Bei meinem ersten Textdichterfest sah ich am Nachbartisch zwei von Fotografen umringte silberhaarige Herren und fragte meine Freundin Edith Jeske: "Wer sind die denn?" Sie sagte: "Links – das ist 'Ganz in Weiß'." Und mein Freund Tobias Reitz sagte: "Und rechts – das ist 'Tulpen aus Amsterdam'." Und plötzlich wurden für mich zwei anonyme Personen zu bewunderten Persönlichkeiten.
    Diesmal saß ich neben einem Berliner, den ich in meinem langen Berufsleben nie getroffen hatte, der mir also fremd war, bis er mit einer sehr gelungenen Laudatio unseres Präsidenten gefeiert wurde und den Willy-Dehmel-Preis bekam. "Aha", dachte ich, "das also ist Gregor Rottschalk." Und ich dachte auch: "Er gehört zu mir."
     
    Ich freue mich jedes Mal über Klaus Pelizaeus und seine aktuellen Versionen der Witwe-Kappus-Hymne. Freunde, tut mir den Gefallen und klickt einmal den Originaltext "Mamatschi, schenk mir ein Pferdchen" an. Denkt an die Zeit, in der dieser Text von Franz Xaver Kappus geschrieben wurde, und versucht, cool zu bleiben. Kappus ist übrigens der Adressat von Rilkes berühmten "Briefen an einen jungen Dichter."
    Warum bin ich ein Fan der DTV-Mitgliederfeste? Vor allem, weil ich danach immer (leicht schwankend) ins Hotel zurückkehre mit der Gewissheit: Wir Textdichter sind schon ein ganz besonderer Haufen.   (Ich verbitte mir jegliche insinuierende Assoziationen!)
     
    Thomas Woitkewitsch


  • Donnerstag, 25. Februar 2016

    Neues WDR-Gesetz: Schlagerradio wurde nicht genehmigt - Mecklenburg-Vorpommern stimmt NDR-Schlagerradio zu

    Wie das Online-Magazin radioWOCHE.de berichtet, wird der WDR entgegen einer anders lautenden Willenserklärung seitens des ARD-Intendanten Lutz Marmor kein zusätzliches DAB+-Hörfunkprogramm für Schlager starten. Das neue WDR-Gesetz sehe keine zusätzliche Welle mit dieser Ausrichtung vor.
    Das neue Programm sollte ein zusätzlicher Anreiz für DAB+ in Nordrhein-Westfalen werden und sich an die Zielgruppe 70+ wenden, schreibt radioWOCHE.de. Ein WDR-Sprecher wird von der Webseite zitiert: "Wir prüfen gerade, wie wir mit der neuen Situation umgehen". Da der terrestrische Ausstrahlungsweg wegfällt, sei denkbar, dass der WDR die neue Welle nur im Internet ausstrahle.
     
    Der Deutsche Textdichter-Verband findet die Entscheidung bedauerlich.

    UPDATE:
    Umso erfreulicher für viele Textdichter in Deutschland: Die Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern hat in ihrer Sitzung am vergangenen Dienstag dem NDR-Digitalradio-Änderungsstaatsvertrag zugestimmt. Statt des Verkehrsprogramms NDR-Traffic soll der NDR in naher Zukunft via DAB+ und Internet ein Musikprogramm mit dem Schwerpunkt "Schlager und ähnliche deutschsprachige Produktionen" senden.
    "Wir haben heute dem digitalen Schlagerradio zugestimmt (...), weil jede Verbesserung des Angebots ein Schritt nach vorn ist", äußert sich Ministerpräsident Erwin Sellering in einer aktuellen Presseerklärung. "Ich bin in den letzten Wochen insbesondere von älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern angesprochen worden, die sich mehr deutschen Schlager im Tagesprogramm von NDR1 Radio MV in Mecklenburg-Vorpommern wünschen", so Sellering. "Auch sie finanzieren mit ihren Rundfunkbeiträgen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk mit, und das meist von einer nur kleinen Rente. Ich meine, dass der NDR klug beraten wäre, einen Kompromiss zu suchen und den vielen älteren, aber natürlich auch den jüngeren Schlagerfreunden wieder ein Fenster im Programm zu eröffnen".
     
    Fragen zum Webradio?
    Dann empfehlen wir einen Blick auf die Seite www.digitalradio.de.
     
    Quellen: radioWOCHE.de, Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern.
     


  • Donnerstag, 11. Februar 2016

    Infos zu Mitgliederversammlung, Frühlingsfest und GEMA-Sitzungen in Berlin

    Mitgliederversammlung und Frühlingsfest 2016 des DTV finden auch diesmal im Zusammenhang mit der Jahreshauptversammlung der GEMA statt.
     
    Im Detail:
     
    25.04.2016:
    11:00 — 14:00 Uhr
    DTV-Mitgliederversammlung

    BCC Berlin, Alexanderstraße 11, 10178 Berlin
    Raum B5-B6
     
    … anschließend, spätestens ab 16:00 Uhr
    Aussprache der angeschlossenen und außerordentlichen GEMA-Mitglieder aller drei Kurien (betrifft auch DTV-Mitglieder)
     
    abends
    GEMA-Mitgliederfest
    incl. Verleihung des Fred-Jay-Preises an einen herausragenden Textdichter, auch des Radiokulturpreises
    Kosmos, Karl-Marx-Allee 131a, 10243 Berlin
     
    26.04.16:
    10:00 Uhr
    Kuriensitzung der Textdichter
    (nur ordentliche GEMA-Mitglieder und Delegierte der angeschlossenen und außerordentlichen GEMA-Text­dichter)
    BCC Berlin, Alexanderstraße 11, 10178 Berlin
    Raum B5-B6
     
    ab ~19:00 Uhr
    Frühlingsfest des DTV 2016
    HABEL am Reichstag
    Luisenstraße 19
    10117 Berlin
    www.wein-habel.de
    (Details zur Anmeldung etc. folgen demnächst.)
     
    27.04.16:
    10:00 Uhr
    Hauptversammlung der ordentlichen und delegierten GEMA-Mitglieder

    BCC Berlin
    Alexanderstraße 11, 10178 Berlin
    (Tagungsraum vor Ort ausgeschildert)
     
    … und fürs Dach überm Kopf unter dem Himmel von Berlin — ein Service der GEMA:
     
    Hotelinformationen zur Mitgliederversammlung 2016
    Holiday Inn Berlin City Center
    (Theanolte-Bähnisch-Straße 2, 10178 Berlin)
    Sie können bis 27.3.2016 unter dem Stichwort „GEMA“ in diesem Hotel telefonisch unter 030 740 747 400 oder per E-Mail unter reservation@hiberlincenter.com Einzel- und Doppelzimmer für 99,- bzw. 110,- Euro pro Nacht inkl. Frühstück buchen.
     
    Mercure am Alexanderplatz
    (Mollstraße 4, 10178 Berlin)
    Sie können bis 3.4.2016 unter dem Stichwort „GEMA 2016“ in diesem Hotel telefonisch unter 030 275 727 0  oder per E-Mail unter h8312@accor.com Einzel- und Doppelzimmer für 94,- bzw. 104,- Euro pro Nacht buchen. Das Frühstücksbuffet wird mit 9,- Euro pro Person und Tag extra berechnet.
     
    Park Inn by Radisson
    (Alexanderplatz 7, 10178 Berlin)
    Sie können bis 27.3.2016 unter dem Stichwort „GEMA“ in diesem Hotel telefonisch 030 2389 4333 oder per E-Mail unter reservations@parkinn-berlin.com Einzel- und Doppelzimmer für 109,- bzw. 119,- Euro pro Nacht inkl. Frühstück buchen.
     
    IBIS Styles Berlin Alexanderplatz Hotel
    (Bernhard-Weiß-Straße 8, 10178 Berlin)
    Sie können bis 4.4.2016 unter dem Stichwort „GEMA“ in diesem Hotel per E-Mail unter h7956-gm@accor.com Einzel- und Doppelzimmer für 82,95 bzw. 93,45 Euro pro Nacht inkl. Frühstück buchen.
     
    Motel One Berlin
    (Dircksenstraße 36, 10179 Berlin)
    Sie können bis 24.3.2016 unter dem Stichwort „GEMA“ in diesem Hotel Einzel- und Doppelzimmer für 78,50 bzw. 93,50 Euro pro Nacht inkl. Frühstück buchen. Füllen Sie hierzu das Abrufformular aus und senden es per Fax an +49 (0) 30 200 54 08 10 oder per E-Mail an berlin-hackeschermarkt@motel-one.com.
     
    Die GEMA bittet, Buchungen, Umbuchungen oder Stornierungen selbst zu tätigen. Vorsorglich möchten wir noch darauf hinweisen, dass Sie über die Buchungsportale im Internet – auch in den vorgenannten Hotels – durch­­aus günstigere Angebote finden könnten. Sollten Sie darüber hinaus Unterstützung bei der Suche nach einem Hotelzimmer zur Mitglieder­versammlung 2015 benötigen, wenden Sie sich gerne per E-Mail an:
    mitgliederversammlung@gema.de.


  • Mittwoch, 21. Oktober 2015

    Intendant Lutz Marmor im ARDcheck: NDR plant Schlager-Radio auf DABplus

    Deutsche Musik im Rundfunk? Schlager in den ARD-Medien? Wer die Berichterstattung zu diesem Thema in den letzten Jahren verfolgt hat, weiß, wie emotional und (seitens der Autoren und Interpreten) verzweifelt die Diskussion zur Umstrukturierung der Musikinhalte der öffentlich-rechtlichen Hörfunk-Wellen geführt wurde. Mit Ausnahme dreier Wellen (HR4, SWR4 Baden-Württemberg, SWR4 Rheinland-Pfalz) wurden deutschsprachige Schlager-Neuproduktionen größtenteils aus dem Programm entfernt. Die Sender bestücken ihre ehemaligen Schlager-Programme seither mit (vornehmlich anglo-amerikanischen) Oldies. Zum Frust der aktuell tätigen Autoren dieses Segments – und vieler Fans neuer deutscher Musik. "Das wissen wir, und das diskutieren wir auch", bestätigte ARD-Intendant Lutz Marmor in der Sendung ARDcheck am Montag, beharrte allerdings auch auf der Zuverlässigkeit der von der ARD in Auftrag gegebenen Umfragen: "Die heutigen 60-Jährigen haben einen anderen Musikgeschmack als die 60-Jährigen von vor 20 Jahren." Bei den Jugendsendern gehe die Entwicklung in die umgekehrte Richtung: "Die jungen Programme spielen wieder viele deutsche Titel. Warum? Weil deutsche Titel hier wieder populär sind."
     
    Es gebe allerdings eine gute Nachricht für Anhänger deutschsprachiger Schlager und Adult-Pop-Produktionen: "Wir möchten gerne ein NDR-Programm auf DABplus hauptsächlich Schlagern und deutschen Titeln widmen. Das wird noch etwas dauern. Wir können das nicht alleine entscheiden; wir brauchen dafür die vier NDR-Staatsvertragsländer. Es ist gerade im Fluss", erklärte Marmor einem Bürger, der in der Sendung eine entsprechende Frage an ihn gerichtet hatte, "wir sind nicht taub auf diesem Ohr." Genauere Angaben über den Zeitplan des neuen Senders machte er nicht.
     
    >>> Zur Sendung "ARDcheck" (zum Thema ab ca. 01:25 h)


  • Montag, 19. Oktober 2015

    Musikwirtschaftsstudie der Universität Jena: Ergebnisse sind da

    Zahlreiche Mitglieder des Deutschen Textdichter-Verbands e.V. haben im Frühjahr dieses Jahres an einer Befragung der Universität Jena im Rahmen der Studie "Musikwirtschaft in Deutschland" teilgenommen und damals ihr Interesse an den Ergebnissen bekundet. Die Musikwirtschaftsstudie 2015 wurde am 23.09. während einer Pressekonferenz in Hamburg der Öffentlichkeit vorgestellt und unmittelbar im Anschluss in dem durch den Hamburger Senat veranstalteten "Musikdialog" mit einer großen Anzahl von Vertretern aus den verschiedenen Teilbranchen der Musikwirtschaft diskutiert.
     
    >>> Hier der Bericht zum "Musikdialog" auf hamburg.de
     
    Die wichtigste Erkenntnis ist, dass die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Musikwirtschaft deutlich größer ist, als von der Öffentlichkeit bislang wahrgenommen wurde. Gemessen an der Bruttowertschöpfung (= Summe aus Unternehmens- und Arbeitnehmereinkommen aller Musikunternehmen), ist sie bedeutender als die Filmwirtschaft, die Radioveranstalter, die Buchverlage oder die Zeitschriftenverlage. Bei der Anzahl der Erwerbstätigen liegt die Musikwirtschaft vor allem wegen des hohen Anteils an Selbstständigen sogar an der Spitze aller Medienbranchen.
    Alle Ergebnisse - sowohl für die Musikwirtschaft insgesamt als auch für die einzelnen Teilbranchen - können Interessierte in einem 80-seitigen Projektbericht (PDF) nachlesen.
     
    >>> Hier der Projektbericht der Universität Jena zum Thema "Musikwirtschaft in Deutschland"
     


  • Donnerstag, 15. Oktober 2015

    Reform des GEMA-Dienstleistungsangebotes

    Das GEMA-Dienstleistungsangebotes wurde reformiert. Die Reform ist in wesentlichen Teilen das Ergebnis von zahlreichen Anregungen in der Mitgliederumfrage 2014. Die Ergebnisse der Reform finden sich im neuen Dienstleistungskatalog wieder, in dem alle im Mitgliedsbeitrag enthaltenen sowie zusätzlich abrufbare, kostenpflichtige Leistungen zusammengestellt sind. Dieser Dienstleistungskatalog liegt der aktuellen virtuos-Ausgabe (03/2015) als Broschüre bei. Zusätzlich gibt es ihn auch online im Mitgliederbereich der GEMA-Website als PDF-Version. 

    >>> Hier finden Sie den neuen GEMA-Dienstleistungskatalog
    >>> Die GEMA-Mitarbeiter freuen sich über Feedback an dienstleistungskatalog@gema.de


  • Freitag, 11. September 2015

    Celler Schule 2016: Die Ausschreibung ist da - jetzt bewerben!

    Es ist ein gutes Jubiläum für die deutsche Songlandschaft: Die Celler Schule wird 20! 1996 initiierte Textdozentin Edith Jeske gemeinsam mit der GEMA-Stiftung (im Auftrag von Hans Hee) das Förderseminar für Textdichter, das sich inzwischen zum Qualitätssiegel für deutschsprachige Songtexte(r) entwickelt hat. Es ist die einzige Masterclass für Textdichter in Deutschland. Zusammen mit Tobias Reitz und einem gewachsenen Team aus Gastdozenten und Helfern wird Jeske auch 2016 wieder die Celler Schule leiten. Sie findet statt vom 24.06.-08.07.2016. Die Ausschreibung dafür wurde soeben veröffentlicht.
     
    Eine hochkarätige Jury wählt aus den Bewerbungen zehn Teilnehmer/innen aus. Fünf eigene Texte, die Erfüllung mindestens einer Pflichtaufgabe und ein paar Angaben zur Person sind vonnöten. Einsendeschluss ist der 23.10.2015.
     
    >>> Infos zur Celler Schule gibt’s unter www.celler-schule.de
    >>> Hier geht's direkt zur Ausschreibung: www.songtexte-schreiben-lernen.de
     

    Die Celler Schule - Hintergrundinfos


    Wenn Sie sich für einen der zehn Plätze dieser Masterclass qualifizieren, erhalten Sie alles, was Sie für das professionelle Schreiben von deutschen Songtexten brauchen: vom systematischen Entwickeln einer Idee über die Arbeit an Ihren Texten bis zum Feinschliff, von Blockadenprävention über Genrekunde und Selbstorganisation bis zum Verhandlungscoaching – dazu ein maßgeschneidertes GEMA-Basiswissen.
     
    Dazu kommen konkrete Aufgaben, die teils von der Seminarleitung, teils von unseren Gästen mitgebracht werden. Immer wieder sind in der Vergangenheit daraus Veröffentlichungen geworden. Zum Coaching und zum Gedankenaustausch laden wir Textdichterkollegen und ehemalige Absolventen der Celler Schule ein. Auch Interpreten und Komponisten berichten aus ihrer Praxis, und manchmal entwickelt sich eine Zusammenarbeit über die Celler Schule hinaus.


  • Donnerstag, 30. Juli 2015

    Dramatischer Appell: Deutsche Musikautoren und Musikverleger fordern mehr Transparenz und eine deutlich höhere Beteiligung an den Streaming-Einnahmen

    Mit einem gemeinsamen dramatischen Appell haben die deutschen Berufsverbände der Komponisten (DKV), Textdichter (DTV) und Musikverleger (DMV) auf ihre völlig unangemessenen Mini-Lizenzen von den Streamingdiensten aufmerksam gemacht und fordern nun einen umgehenden/sofortigen höheren Anteil an den boomenden Einnahmen der Internet-Musikdienste. Außerdem kritisieren sie eine fehlende Transparenz der Abrechnungen und sprechen von einer Diskriminierung der kreativen Leistungen auf dem Musikmarkt.
     
    Darum schließen die deutschen Musikberufsverbände sich den Forderungen des weltweiten Internationalen Rates der Musikautoren in Verwertungsgesellschaften (CIAM) an, dass nach einem Abzug von 20 Prozent der Streaming-Einnahmen für die Musikdienste die verbleibenden 80 Prozent fair je zur Hälfte, also mit 40 Prozent an Label und Künstler einerseits und mit 40 Prozent an Autoren und Verleger andererseits verteilt werden sollen (http://www.fairtrademusic.info).
     
    Die 15 größten Steamingdienste wie z.B. Apple, Spotify, Deezer, Napster oder Wimp machten in Deutschland allein im ersten Halbjahr 2015 nach Angaben der Musikindustrie einen Umsatz von über 100 Millionen Euro. 2,5 Millionen Deutsche nutzen bereits monatliche Abonnements für 9 bis 10 Euro. In drei Jahren erwarten die Marktforscher 12 Millionen Streamingkunden allein in Deutschland. Auf dem Weltmarkt steigt die Nutzung von Bezahl-Abo-Services für Musik um fast 40 Prozent und macht 23 Prozent vom Digitalmarkt aus. In über 37 Ländern der Erde ist der Streaminganteil bereits größer als der Anteil von Downloads.
    Für Komponisten, Textdichter, Musikverleger und auch für Künstlerinnen und Künstler könnte dies zu einem Millionengrab werden, weil die Streamingdienste zwar weltweit viele Millionen Euro abgreifen, aber die Kreativen nicht angemessen beteiligen. Den größten Teil der Streaming-Einnahmen kassieren die multinationalen Tonträgerkonzerne, die aber oftmals auch nur kleine Teile an ihre Interpreten weitergeben.
     
    Die Lizenzzahlungen für die sogenannten Masterrechte der Tonträgerunternehmen auf der einen Seite und die für die Urheberrechte der Autoren und Musikverleger auf der anderen sind im Streaming-Bereich völlig unverhältnismäßig. Der Vergleich zeigt: Die Erlöse der Labels im Ad-Supported-Bereich bei Spotify sind bis zu acht Mal so hoch wie die Zahlungen an die GEMA, welche davon Texter, Komponisten und Verleger befriedigen muss.
     
    Prof. Dr. Rolf Budde, Präsident des Deutschen Musikverleger-Verbandes (DMV): „Das ist ein absolutes Missverhältnis und ist unfair gegenüber den Autoren und Verlegern. Die Konditionen pro Stream sind für uns dramatisch niedrig. Um z.B. den Wert eines Downloads für einen Titel zu erreichen, muss ein Song 25 Mal gestreamt werden, obwohl es sich um die gleiche Produktion handelt. Das ist kaum nachzuvollziehen.“
     
    Ralf Weigand, Vize-Präsident des Deutschen Komponisten-Verbandes (DKV): „Die Lizenzeinnahmen durch Streaming haben bei den Autoren und Musikverlegern Almosen-Niedrigststände erreicht. Das massenhafte Streaming ist eigentlich nur für die Konzerne profitabel. Die Kreativen werden mit Mikro-Zahlungen abgespeist. Es ist höchste Zeit, dass die kreativen Schöpfer auf dem Musikmarkt sich solidarisieren und gemeinsam verhindern, dass ihre Werke im Internet verschleudert werden, während die Tonträgerfirmen hohe Einnahmen erzielen, die wohl nur zu einem kleinen Teil an die Künstler weitergegeben werden."
     
    In dem Appell der drei Verbände heißt es: „Es ist höchste Zeit, dass diese Ungerechtigkeit und mangelnde Fairness beendet wird. Wir fordern umgehend eine deutliche Erhöhung der Lizenzen, damit die Autoren und Verleger nicht mit Mini-Cent-Beträgen pro Stream um ihre Existenz fürchten müssen. Unser Motto lautet: Mehr Transparenz für Musikschaffende beim Streaming. Mit der unfairen Minimalvergütung von Autoren und Musikverlegern muss Schluss sein.“
     
    Als besondere Tragik nannte Frank Dostal, Präsident des Deutschen Textdichter-Verbandes (DTV), dass Autoren, Künstler und Musikverleger natürlich daran interessiert seien, dass die digitalen Musikdienste erfolgreich arbeiten, weil es für die Musikfans eine einmalige Faszination darstellt, über das Internet Musik zu hören, die sie sonst vielleicht nicht kennenlernen. Der Erfolg könne jedoch nicht auf Kosten der Kreativen stattfinden. Dostal: „Die Musik bildet die Voraussetzung, um das Streaming zu einem großen Erfolg zu machen. Es ist darum höchste Zeit, den Musikschöpfern den Anteil einzuräumen, den sie verdienen.
     
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    Dramatic appeal: German music authors and publishers demand more transparency and much greater participation in earnings from streaming
     
    In a dramatic joint appeal, the associations of composers (DKV), lyricists (DTV) and music publishers (DMV) have drawn attention to their totally inadequate mini-licenses from streaming services and are now demanding an immediate greater share in the booming earnings of internet music services. They also criticise the lack of transparency in accounting and speak of discrimination against creative contributors to the music market.
     
    For these reasons the German music associations are supporting the demands of the International Council of Music Authors in collecting societies (CIAM) that after deduction of 20 percent of streaming earnings for the music services, the remaining 80 percent should be fairly distributed on a 50-50 basis, i.e. 40 percent to the label and artist and 40 percent to authors and publishers (http://www.fairtrademusic.info).
     
    According to the music industry, the 15 largest streaming services, such as Apple, Spotify, Deezer, Napster or Wimp, generated revenues in Germany of more than EUR 100 million in the first half of 2015 alone. 2.5 million Germans already make use of monthly subscriptions for EUR 9 to 10. Market researchers project 12 million streaming customers in Germany alone in three years’ time. On the global market the use of paid subscription services for music has increased by almost 40 percent and accounts for 23 percent of the digital market. In more than 37 countries in the world the share of streaming is already larger than that of downloads.
    For composers, lyricists, music publishers and artists this could amount to a heist of millions because whilst the streaming services grab millions around the world, the creative artists are not adequately recompensed. The largest part of streaming income goes to the multinational record labels, which, however, often pass on only small amounts to artists.
     
    The license payments for the master rights of the labels on one hand and those for the copyrights of authors and music publishers on the other are totally disproportionate in the streaming sector.
    A comparison shows that the earnings of labels in the ad-supported segment of Spotify are up to as much as eight times as high as the payments made to GEMA, which lyricists, composers and publishers are expected to be content with.
     
    Prof. Dr. Rolf Budde, President of the German Music Publishers’ Association (DMV):"This is absolutely disproportionate and is unfair to the authors and publishers. For us the pricing per stream is dramatically low. For example, in order to match the value of a download for one song, it has to be streamed 25 times although it is the same production every time. This doesn't make sense."
     
    Ralf Weigand, Vice-President of the German Composers’ Association (DKV): "The license earnings from streaming have reached the level of charity handouts to authors and music publishers. The mass use of streaming is really only profitable for the major companies. The creative people are fobbed off with micro-payments. It's high time for the creative people on the music market to come together and jointly prevent their works being sold off cheaply on the internet while the labels generate high earnings, only a small part of which is passed on to the artists."
     
    In the appeal by the three associations they say: "It's high time this injustice and lack of fairness is stopped. We demand an immediate significant increase in the licenses so that the authors and publishers do not have to fear for their very survival on the basis of mini-cent amounts per stream. Our motto is: More transparency for music creators in streaming. It's time to put an end to the unfair mini-reimbursement of authors and music publishers."
     
    Frank Dostal, President of the German Lyricists Alliance (DTV) said that it was particularly tragic that authors, artists and music publishers were naturally also interested in the success of streaming services as a great tool for fans to encounter music that they never knew. But he said that this could not be at the expense of the creative artists. Frank Dostal: "The music is what makes streaming the great success it is. It's therefore high time to give the creators of that music the share they deserve."
     
    Bildquelle: Billboard.com


  • Donnerstag, 02. Juli 2015

    Hanseatisches OLG bestätigt: YouTube haftet für Urheberrechtsverletzungen

    Das Hanseatische Oberlandesgericht (OLG) in Hamburg urteilte heute, dass YouTube für die auf seiner Plattform von Dritten bereitgestellten Inhalte als Störer haftet. Die grundsätzliche Verantwortung YouTubes im Rahmen der Störerhaftung wurde damit in zweiter Instanz bestätigt. Erhält YouTube einen Hinweis auf Rechtsverletzungen, hat die Google-Tochter zumutbare Maßnahmen zu ergreifen, rechtlich geschützte Werke auf ihrer Plattform nicht mehr in Deutschland zugänglich zu machen. In einem anderen Verfahren hatte das Landgericht München I gestern eine Klage der GEMA auf Schadensersatz abgewiesen. Diesen Urteilen zufolge wird YouTube derzeit im aktuellen Rechtsrahmen für die Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke auf der Plattform wirtschaftlich nicht zur Verantwortung gezogen.
     
    Das Hanseatische OLG folgt der Auffassung des Landgerichts Hamburg aus erster Instanz und bestätigt die Störerhaftung YouTubes. „Das Urteil des OLG zeigt, dass YouTube sich nicht der Verantwortung für Urheberrechtsverletzungen entziehen kann und die Kontrolle von Rechtsverletzungen nicht auf die Rechteinhaber abwälzen darf“, sagt Dr. Harald Heker, Vorstandsvorsitzender der GEMA. Das Urteil ist ein wichtiges Signal für die rund 70.000 Mitglieder der GEMA, in deren Auftrag die Verwertungsgesellschaft für eine angemessene Vergütung kämpft. Das Urteil des OLG ist noch nicht rechtskräftig.
     
    Die Störerhaftung bezeichnet jene Haftung für Rechtsverletzungen, die dadurch entsteht, dass jemand ursächlich an dieser mitwirkt und dabei Prüfungs- und Kontrollpflichten verletzt. Bereits im April 2012 wurde die Verantwortung der Google-Tochter YouTube im Rahmen der Störerhaftung durch das Landgericht Hamburg festgestellt. Das OLG folgt der erstinstanzlichen Entscheidung und formuliert in der heutigen mündlichen Urteilsverkündung, dass YouTube als Störer weitgehende Prüfpflichten bei mitgeteilten Rechtsverletzungen erfüllen muss. Als zumutbare Prüfpflichten wertet das OLG insbesondere das Content-ID-Verfahren sowie den Einsatz von Wortfiltern. Es reicht jedoch nicht, dass YouTube die Rechteinhaber einfach nur auf das von YouTube zur Erkennung von Inhalten eingerichtete Content-ID verweist. YouTube muss dieses System vielmehr selbst einsetzen.
    Aus beiden Urteilen ergibt sich, dass YouTube zwar für die Verhinderung von Rechtsverletzungen verantwortlich ist. Eine Pflicht zur angemessenen Vergütung der Urheber folgt daraus aber noch nicht. „Die Richter des OLG verwiesen in der mündlichen Urteilsverkündung zu Recht darauf, dass sich YouTube gerade im Bereich der Musikvideos strukturell immer weiter von einem bloßen Hostprovider entfernt habe“, sagt Dr. Tobias Holzmüller, Justiziar der GEMA. „Aufgrund des aktuellen Rechtrahmens konnte sich das OLG, wie auch gestern das Landgericht München, jedoch leider nicht dazu durchringen, eine Täterhaftung mit daraus resultierender Schadensersatzpflicht anzuerkennen.“
     
    Hintergrund des Rechtsstreits ist die Forderung der GEMA, Musikurheber für die Nutzung ihres urheberrechtlich geschützten Repertoires auf der Plattform YouTube angemessen zu entlohnen. YouTube zahlt der GEMA bislang keine Lizenzvergütung für die Musiknutzung auf ihrer Online-Videoplattform, obwohl sie mit der Musik enorme Werbeerlöse erwirtschaftet. Für die GEMA liegt die Verantwortlichkeit klar bei YouTube: „Die Bestätigung der Störerhaftung in der zweiten Instanz unterstreicht einmal mehr, dass Online-Dienste in der Verantwortung stehen, wenn sie auf Geschäftsmodelle ohne ordnungsgemäße Lizenzierung der erforderlichen Rechte setzen“, so Thomas Theune, Direktor Sendung und Online der GEMA. „Da YouTube aber durch die wirtschaftliche Auswertung von Musikwerken erhebliche Einnahmen erzielt, ist es unser Ziel, dass YouTube letztlich auch eine angemessene Vergütung für die Nutzung der Werke unserer Mitglieder entrichtet, wie es andere Musikdienste am Markt auch tun. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Kreativen auch im digitalen Zeitalter von ihrer schöpferischen Tätigkeit leben können.“
     
    Quelle: GEMA.


  • Dienstag, 30. Juni 2015

    EU-Kommission stimmt Joint Venture von GEMA, PRS for Music und STIM zu

    Die Europäische Kommission hat die Gründung eines gemeinsamen Lizenz- und Verarbeitungs-zentrums durch die Verwertungsgesellschaften aus Deutschland, Großbritannien und Schweden genehmigt. Das Joint Venture ermöglicht einen vereinfachten Zugriff digitaler Musikdienste auf Musikrechte sowie die schnellere und genauere Lizenzierung für Musikurheber und Verleger. Vom Einsatz modernster Systeme und Prozesse zur Datenverarbeitung profitieren mehr als 250.000 Mitglieder der Partnergesellschaften, Rechteinhaber weltweit sowie Anbieter digitaler Musikdienste. Das gemeinsame Lizenz- und Verarbeitungszentrum von GEMA, PRS for Music und STIM vereinfacht die paneuropäische Musiklizenzierung maßgeblich.
     
    Am gestrigen Dienstag genehmigte die Europäische Kommission das geplante paneuropäische Joint Venture der Verwertungsgesellschaften GEMA (Deutschland), PRS for Music (Großbritannien) und STIM (Schweden) zur Lizenzierung und Abrechnung von Musikrechten im Online-Bereich. Der Zusammenschluss ist das erste Angebot dieser Art und markiert einen Meilenstein für die internationale Kooperation zwischen Verwertungsgesellschaften: Erstmals wird eine zentrale, gebietsübergreifende Multi-Repertoire-Lizenzierung (unter anderem der drei Partnergesellschaften) möglich und ein Zugang zu integrierten Back-Office-Services geschaffen. Das Joint Venture entspricht vollständig den Transparenzzielen der EU-Richtlinie für die kollektive Wahrnehmung von Urheber- und verwandten Schutzrechten.
    Zu den Vorteilen des neuen Joint Ventures zählen:
    Schnellere und genauere Rechnungsstellung sowie Ausschüttungen an Rechteinhaber vor dem Hintergrund stetig steigendender Datenvolumen bei der Nutzung und Abrechnung von Online-Services.
    Vereinfachte Lizenzverhandlungen für digitale, europaweit operierende Musikdienste und Erleichterung des Marktzugangs für innovative neue Onlinedienste.
    Bewährte Service-Kompetenz der Partnergesellschaften, die einen signifikanten Teil des  europäischen Repertoires repräsentieren und über langjährige Erfahrung im Bereich  Lizenzierung und Back-Office-Services verfügen.
    Verringerte Verarbeitungskosten aufgrund gemeinsamer Arbeitsprozesse und Systeme.
    Vollständige Transparenz für alle Rechteinhaber.
    Ein wichtiger Beitrag zur kulturellen Vielfalt im Online-Bereich, da das neue Joint Venture auch kleinere Repertoires für die grenzüberschreitende Lizenzierung zugänglich macht.
    Durch die Integration von Front-Office- und Back-Office-Angeboten trägt das Joint Venture ferner zur konsistenten Handhabung von Split Copyrights bei. Die Verarbeitung einer gemeinsamen Datenbasis verringert die Gefahr, dass aufgrund von widersprüchlichen Rechnungen an Lizenznehmer Verzögerungen im Bearbeitungsprozess entstehen.
    Darüber hinaus wird das Joint Venture, das als Not-for-Profit-Venture betrieben wird, sehr attraktive Konditionen anbieten können, da die angestrebten Effizienzgewinne direkt an die Rechteinhaber durchgereicht werden.
     
    Die Entscheidung der Europäischen Kommission wurde von den Partnern des Joint Ventures begrüßt:
    Robert Ashcroft, Chief Executive, PRS for Music (Großbritannien) kommentierte die Entscheidung: „Dies ist ein bedeutender Tag für die Online-Musiklizenzierung. Unser neues Joint Venture ist in einmaliger Weise in der Lage, dem sich rasch wandelnden Online-Musikmarkt gerecht zu werden. Die Freigabe bedeutet, dass wir jetzt noch effizienter im Namen von Textdichtern, Komponisten und ihren Musikverlagen tätig sein können, während wir gleichzeitig die Entwicklung des europaweiten digitalen Binnenmarktes unterstützen.“
    Karsten Dyhrberg Nielsen, Chief Executive STIM (Schweden), fügte hinzu: „Die heutige Verkündung der kartellrechtlichen Genehmigung bestätigt die umfassende Vorbereitungsarbeit, die in dieses neue Angebot geflossen ist; das Angebot wird einen nahtlosen Dienst sowohl für Musikrechteinhaber als auch für paneuropäische digitale Dienstleister bieten. Es ist das Ergebnis der jahrelangen Zusammenarbeit zwischen STIM, GEMA und PRS for Music mit dem Ziel eines Angebots, das das Wachstum des digitalen Marktes fördern wird.“
    Dr. Harald Heker, Vorstandsvorsitzender der GEMA (Deutschland), sagte: „Das Joint Venture ermöglicht Flexibilität, Agilität und Geschwindigkeit im grenzüberschreitenden Markt, erleichtert den Lizenzierungsprozess für Betreiber digitaler Plattformen und verbessert die Qualität der Rechteverwertung zugunsten von Rechteinhabern und Nutzern. Das Joint Venture, das wir zusammen mit STIM und PRS for Music seit Jahren intensiv vorbereitet haben, schlägt für die gesamte Rechteverwertungsindustrie ein entscheidendes neues Kapitel auf und ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem europaweiten digitalen Binnenmarkt für Musik.“
     
    Über die GEMA
    Die GEMA vertritt in Deutschland die Urheberrechte von mehr als 69.000 Mitgliedern  (Komponisten, Textdichter und Musikverleger) sowie von über zwei Millionen Rechteinhabern aus aller Welt. Die GEMA ist eine der größten Autorengesellschaften für Werke der Musik weltweit.
    www.gema.de
     
    Über PRS for Music
    PRS for Music vertritt die Rechte von 100.000 Autoren, Komponisten und Musikverlegern in Großbritannien. Als Mitgliederorganisation sorgt PRS for Music dafür, dass Musikschaffende daran beteiligt werden, wenn ihre Musik gespielt, aufgeführt oder vervielfältigt wird. Mit ihrem Einsatz für das Urheberrecht schützt und unterstützt PRS for Music die Musikindustrie in Großbritannien.
    www.prsformusic.com
     
    Über STIM
    STIM ist eine schwedische Verwertungsgesellschaft für Musikschaffende und Musikverleger. In ihrem Namen administriert und lizenziert die STIM Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte für Musik und Musiktexte. STIM ist eine gemeinnützige Organisation, die 74.000 Songwriter, Komponisten, Textdichter und Musikverleger weltweit vertritt.
    www.stim.se
     
    Quelle: GEMA.


  • Dienstag, 02. Juni 2015

    In eigener Sache: Neue DTV-Satzung verabschiedet

    Der Deutsche Textdichter-Verband e.V. hat auf seiner Mitgliederversammlung am 06. Mai 2015 in München die Neufassung der Satzung diskutiert und verabschiedet. Danke an alle, die dazu beigetragen haben!
     
    Die neue Satzung finden Sie hier.


  • Donnerstag, 28. Mai 2015

    Deutscher Musikautorenpreis 2015: Die Gewinner

    Am 21. Mai fand im Hotel Ritz Carlton Berlin die feierliche Verleihung des Deutschen Musikautorenpreises statt. Unter dem Motto "Autoren ehren Autoren" würdigte die GEMA Komponisten und Textdichter für ihr musikalisches Schaffen. Zu den diesjährigen Preisträgern zählen unter anderen Wolfgang Niedecken, Adriana Hölszky, Heike Fransecky, Fabian Römer, Farhot, Mark Forster, Sido und Helmut Lachenmann. Der Deutsche Musikautorenpreis 2015 steht unter der Schirmherrschaft von Prof. Monika Grütters MdB, Staatsministerin für Kultur und Medien.
    Rund 350 Gäste aus Kultur, Politik und Medien, darunter Andreas Bourani, Joy Denalane, Jared Hasselhoff, Dieter Thomas Heck, Max Herre, Kim Frank, Anna Loos und Helmut Zerlett kamen zur feierlichen Preisverleihung im Hotel Ritz Carlton in Berlin. Moderator Jörg Thadeusz führte durch den Abend.
    Den emotionalen Höhepunkt bildete die Ehrung Helmut Lachenmanns für sein Lebenswerk. Prof. Dr. Siegfried Mauser hielt die Laudatio auf den Komponisten, Kompositionslehrer und Begründer der Stilrichtung Musique concrète instrumentale: "Helmut Lachenmann entspricht einem sehr seltenen Typus von Komponisten, der Ungewohntes vereint und zugleich etwas gänzlich Neues erschafft." Helmut Lachenmann nahm den Preis unter Standing Ovations entgegen und richtete seinen Dank vor allem an die Jury: "Ich danke einer mutigen, waghalsigen und auch ein Stück weit leichtsinnigen Jury für ihre Entscheidung, mir diesen Preis zu verleihen."

    Die Gewinner in den zehn Kategorien des Deutschen Musikautorenpreises 2015 lauten:
    Komposition Pop
    Tobias Kuhn
    Komposition Hip-Hop
    Farhot (Farhad Samadzada)
    Komposition Musiktheater
    Helmut Oehring
    Komposition Orchester
    Adriana Hölszky
    Komposition Audiovisuelle Medien
    Fabian Römer
    Text Rock/Pop
    Wolfgang Niedecken
    Text Schlager
    Heike Fransecky
    Lebenswerk
    Helmut Lachenmann
    Nachwuchspreis
    Sea + Air (Daniel Benjamin, Eleni Zafiriadou)
    Erfolgreichstes Werk
    "Au revoir" von Mark Forster (Mark Cwiertnia), Sido (Paul Würdig), Ralf Christian Mayer, Daniel Nitt und Philipp Steinke
     
    Über den Deutschen Musikautorenpreis
    Der Deutsche Musikautorenpreis wurde 2009 von der GEMA ins Leben gerufen. Unter dem Motto "Autoren ehren Autoren" sollen die Komponisten und Textdichter der deutschen Musikbranche für ihre herausragenden Leistungen gewürdigt und in das Rampenlicht gestellt werden. In den meisten Fällen werden ihre Werke von Interpreten präsentiert, die jedoch ohne die schöpferische Leistung der Musikautoren keine Bühnenerfolge feiern könnten. Alle Preisträger und Nominierten werden mit ihrer Auszeichnung als Mitglieder der Akademie Deutscher Musikautoren aufgenommen.
    Die GEMA vertritt in Deutschland die Urheberrechte von mehr als 69.000 Mitgliedern (Komponisten, Textdichter und Musikverleger) sowie von über zwei Millionen Rechteinhabern aus aller Welt. Sie ist weltweit eine der größten Autorengesellschaften für Werke der Musik.
    Mit freundlicher Unterstützung von BMW.

    Quelle: musikautorenpreis.de
    Foto-Credit: Thomas Rosenthal

     


  • Montag, 18. Mai 2015

    Exklusiver Bericht zum DTV-Mitgliederfest in der "tz"

    Eine ganze Seite ihrer begehrten Wochenend-Ausgabe widmete die Münchener tz dem Deutschen Textdichter-Verband und seinem Mitgliederfest. Gesellschaftsjournalistin Ulrike Schmidt mischte sich am 6. Mai im Schwabinger "la Maison" unter die Gäste und konnte ihren Artikel mit interessanten und aufschlussreichen Statements der DTV-Mitglieder anreichern. Prädikat: Äußerst lesenswert! 

    Den kompletten Artikel als PDF finden Sie unter Medienspiegel

     


  • Freitag, 08. Mai 2015

    Fred-Jay-Preis 2015: Laudatio für MARCEL BRELL von Tobias Reitz

    Im Rahmen ihres Mitgliederfestes, das traditionell am ersten Abend der Mitgliederversammlung stattfindet, verlieh die GEMA-Stiftung am Dienstagabend u.a. den mit 15.000 Euro dotierten Fred-Jay-Preis an Marcel Brell. 
    "Den Fred-Jay-Preis für das erste Album zu bekommen macht mich sprachlos. Die Liste der Preisträger ist beeindruckend und es ist einfach eine Ehre jetzt dazu zu gehören. Außerdem ist es ein wichtiger Preis, weil er die Tätigkeit des Textdichtens immer wieder in die Öffentlichkeit transportiert", dankte Preisträger Marcel Brell der GEMA und dem Stifter des dotierten Preises, Michael J. Jacobson, Sohn des österreichischen Textdichters Fred Jay (1913-1988).
    Die Laudatio hielt Textdichter Tobias Reitz, langjähriger Freund und Kollege Marcel Brells und überdies Vorstandsmitglied des Deutschen Textdichter-Verbands, der in seiner Rede Verbindungen zwischen Preisträger und Fred Jay herstellte: 
     
    Meine Damen und Herren,
    liebe KollegInnen und GEMA-MitarbeiterInnen, 
    lieber Michael Jacobson! 

     
    Fred Jay starb 1988. Das war vor 27 Jahren, und immer noch ist er unvergessen. Dass das so ist, liegt zu einem beträchtlichen Teil am Fred-Jay-Preis, der heute Abend verliehen wird. Es gibt ihn im Grunde sogar länger, als die Kern-Karriere von Fred Jay hier in Deutschland gedauert hat. Mir ist es eine Ehre, die Laudatio zu diesem Preis für Marcel Brell zu halten!
     
    Lieber Marcel, in meinen Augen bist du ein Glücksfall für diesen Preis. Als du mich angerufen hast und mir von diesem Preis erzählt hast, da haben wir uns darauf geeinigt, dass wir Fred Jay näher kennenlernen sollten. Damit du weißt, welches seine erfolgreichsten Lieder sind, hab ich Dir diese CD ersteigert: Das waren Hits von Fred Jay, Ariola 1988, zur gleichnamigen Sendung des ZDF, damit weißt du schon mal in groben Zügen Bescheid, welche Songs dein zweites Album mitsubventionieren werden.
    Jetzt aber zum Menschen Fred Jay, und zur Persönlichkeit hinter den Hits und Titelzeilen.
     
    Der große Christian Bruhn – er sitzt hier vorne in der zweiten Reihe – hat in seiner Autobiographie "Marmorstein und Liebeskummer" etwas Großes gesagt: "Mit Fred Jay kehrte die Poesie in den Schlager zurück." Dieser Satz war klug. Ein paar Jahre zuvor hatte Christian etwas weniger Kluges gesagt, und das auch noch zu Fred Jay selbst: Er hat ihm geraten das Dichten bleiben zu lassen. Man muss dazu wissen: Es war für Fred Jay eine erfolglose Zeit und er war promovierter Jurist. Es hätte für seine Intelligenz definitiv Bedarf auch auf anderem Gebiet gegeben.
    Fred Jay aber blieb dran, schrieb Verse und Lieder und kam endlich zum Erfolg. Er war seinem eigenen, für ihn selbst richtigen Weg gefolgt – und das hatte vorab kräftig für Irritation gesorgt.
     
    Marcel – das war wie bei Dir.
    Wer die aktuelle Ausgabe der "virtuos" gelesen hat, der wird es wissen: Du hast den vielversprechenden Weg des erfolgreichen Studiomusikers, Auftragsproduzenten und Songschreibers verlassen, den Weg, den du mit Songplatzierungen bei erfolgreichen Schlager-, Pop- und Rock-Acts und mit Produktionen wie dem verbotenen Album von Heino eingeschlagen hattest. Das alles hatte Dich im wahrsten Sinne des Wortes zu einem gefragten Mann gemacht. Aber als man nach Dir gefragt hat, bist du ausgebrochen. Du hast in kleinen Clubs Auftritte als Singer/Songwriter probiert und bist auf die Suche gegangen nach deiner ureigenen Ausdrucksform. Wie bei Fred Jay erzeugte das eine Irritation. Zum Beispiel bei mir. Ich als "Nur-Textdichter" hätte gern noch viele weitere Jahre damit verbracht, mit dir Demos zu produzieren – sie wurden uns ja förmlich aus den Händen gerissen. Das ist doch idiotisch, wenn man dann nicht dranbleibt. Dachte ich damals. Und – ich sagte es auch; ich sagte: Ich weiß nicht, ob du hier das Richtige machst. Komm, lass uns doch einfach weiter für andere schreiben.
    Und du hast gesagt: Nö. Ich muss das hier machen. Thema beendet. Ich gebe zu, damals habe ich gelitten. Dann habe ich gemerkt: Du meinst es ernst, und hatte Schuldgefühle, dass ich dich nicht von Anfang an bestärkt habe. Heute weiß ich: Es war alles richtig so. Du hättest gar keine Bestärkung gebraucht. Wenn ich heute ein Resümee ziehen sollte über diese prägende Zeit, würde ich naheliegenderweise Worte wählen von Fred Jay: Dankeschön, es war bezaubernd!
     
    Und wo wir schon bei Zitaten sind: Auch für solche Entscheidungen zum Aufbruch hatte Fred Jay eine passende Zeile:
    Ich weiß, was ich will.
    Es ist dies eins der besten, vielleicht sogar das größte Lied von Udo Jürgens – ein Credo. Eine Journalistin, sie heißt Irene Daenzer-Vanotti, hat mir kurz nach Udo Jürgens' Tod ein paar Zeilen geschrieben, die ich mitgebracht habe – hören Sie bitte:  
    Bleibt nur, die Lehre zu ziehen, seinem Talent gemäß zu leben und die Früchte dessen anderen Menschen zu schenken. Das habe ich bei den Konzerten von Udo Jürgens gelernt, und das möchte ich mitnehmen.
     
    Seinem Talent gemäß zu leben und die Früchte dessen anderen Menschen zu schenken.
    Wer von uns könnte das nicht unterschreiben. Sicherlich hätten diese Worte auch Fred Jay gefallen. Die beiden Teilsätze Ich weiß, was ich will und dem Talent gemäß zu leben, das ergibt doch nun wirklich eine Einheit, die einen Zauber hat. Du jedenfalls, Marcel, lebst uns das vor, und Fred Jay hat damals dasselbe getan: Ich weiß, was ich will.
     
    Ich kannte ihn ja nicht persönlich, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass Ihr Euch ähnlich wart. Wenn Christian Bruhn erzählt, dass Fred Jay das Talent hatte, auf behutsame Art Dinge zu sehen, zu erklären und Meinungen zurechtzurücken, dann habe ich auch Dich da vor Augen, als einen der reflektiertesten, nachdenklichsten und kritischsten Menschen, die ich kenne. Liederschreiber brauchen solche stillen, kritischen Reflektionen natürlich um daraus etwas Hörbares zu machen. Das war zu Fred Jays Zeiten nicht anders.
     
    Einen kleinen Luxus will ich mir hier erlauben – ich will meine Lieblingszeilen von Fred Jay zitieren: Die stammen aus einem Schlager von 1971, Ich hab dir nie den Himmel versprochen. Da heißt es gleich im ersten Vers:
    Aus der Welt, die deine Welt war,
    kamst du auf mich zu.
    In der Welt, die meine Welt war,
    warst auf einmal du.
    Das klingt ganz schlicht – es sagt aber viel und bereitet inhaltlich viel mehr vor als es die abgespeckte Variante tun würde: "Du kamst in meine Welt". Fred Jays spricht von zwei Menschen aus zwei Welten. Zwei Welten, die sich höchstens berühren. Wirklich eins werden sie wohl nie. Liebe hin, Liebe her – ihre Perspektiven werden sich immer unterscheiden.
     
    Bei Dir, lieber Marcel, gibt's diesen Gedanken auch, mit anderen Bildern. Ein besonders schönes:
    Du meintest den Sommer, und ich meinte dich.
     
    Oder:
    Ich weiß, es klingt bescheuert das zu sagen
    nach über 15 Jahren ohne ein Wort
    Du hast dein Zelt in mir aufgeschlagen
    seitdem zieh ich mit dir von Ort zu Ort.
    An solchen Zeilen merke ich, wie wichtig Musik ist und immer bleiben wird. Auf Facebook hieße so was ja bloß: Es ist kompliziert.
    Aber Musik kann eben mehr, und der Liederschreiber sollte auch mehr wollen. Vielleicht kommt ja so, wie durch Fred Jay die Poesie in den Schlager zurückkam, durch Marcel Brell die Poesie zurück in den deutschen Pop.
     
    Wobei man sagen muss:
    So sehr Anspruch und Poesie auch in den Texten von Jay respektive Brell vertreten sein mögen – bei beiden sind sie leise und unaufdringlich. Deine Musik, lieber Marcel, drängst du niemandem auf, aber wer sich dir nähert, dem gibst du großzügig deine Impulse mit:
    Du bist nicht deine Sneakers
    Du bist, wohin du gehst
    Du bist nicht deine Bücher
    Du bist, was du verstehst
    Du bist nicht deine Schaufel
    Du bist, wonach du gräbst
    Du bist nicht dein Kalender
    Du bist, wofür du lebst.
     
    Im diesem Song Du bist steht auch ein Vers, der mich noch mehr trifft:
    Dein Blatt ist nicht beschrieben.
    Da musst du selber ran
    und die Geschichte schreiben,
    die sonst keiner schreiben kann.
     
    Solche Zeilen kann wohl nur jemand verkörpern, der sie auch selber lebt.
     
    Der für mich beeindruckendste Moment unserer gemeinsamen Geschichte war der, als ich mich nach dreieinhalb Jahren von Berlin verabschiedet habe, und damit fürs Erste auch von Dir. Da hast du mir gesagt, Begegnungen sind dafür da, dass man sich Geschenke mitgibt. Die können wir dann immer wieder auspacken und davon zehren.
    Da schließt sich der Kreis zum Liederschreiben, weil ein gutes Lied dem Publikum ein Geschenk macht, das es sich selber zu machen nicht in der Lage ist.
     
    Und damit kommen wir noch zu Rainer Maria Rilke und seinen Briefen an einen jungen Dichter, die wir beide gelesen haben. Eine Lektüre, die ich jedem, der sich mit dem Textdichten oder auch der Musik allgemein beschäftigt, wirklich ans Herz legen möchte. Rilke bekommt da eine Bitte von einem jungen Dichter, Franz Xaver Kappus – ja, das ist genau der, der viele Jahre später die wunderbare Schnulze Mamatschi, schenk mir ein Pferdchen geschrieben hat; ein Lied, von dem der Deutschen Textdichterverband heute noch trinkt. Der junge Franz Xaver Kappus war allerdings ein verzweifelter Mann, weil seine Texte einfach nicht ankommen wollten. Er bat Rilke um etwas, was wir heute Coaching nennen würden: um seinen Rat. Und Rilke schreibt ihm:
    Wenn du ein Dichter bist, dann dichte. Das ist das, worum es geht. Schiel nicht nach links und rechts, warte nicht auf Reaktionen, und mach dich nicht abhängig von den Leuten. Und was sonst in deinem Leben eine Rolle spielt, musst du als Dichter dem Dichten unterordnen. Den richtigen Weg wirst du dabei nie finden, aber mit etwas Glück den eigenen. Und wenn du nach etwas suchst, wofür es noch keine Antworten gibt, dann lebe zuerst die Fragen. Und vielleicht lebst du eines fernen Tages, ohne es zu merken, in die Antworten hinein.
     
    Eigentlich sollte ich Ihnen jetzt eine Viertelstunde Zeit geben um das sacken zu lassen, aber die haben wir hier nicht.
     
    Einigen wir uns auf eins: Jeder braucht seinen eigenen Weg. Und ich bin noch nie einem Menschen begegnet, der seinen auf so konsequente Weise geht wie du, lieber Marcel! Ich möchte Dir dafür danken, dass du mich Lügen gestraft hast bei meinem zaghaften Versuch, Dich von Deinem Weg wegzulocken. Ich hab daraus fürs Leben gelernt. Und wofür ich Dich immer bewundert habe, ist erstens Dein Mut und zweitens, dass du nie ein großes Ding daraus gemacht hast. Du hast, wie Rilke es schreibt, still und innig Deine Entwicklung durchlebt. Genau wie Fred Jay. Du musstest die Ungewissheit genauso aushalten wie er in der Zeit vor seiner großen Karriere. Du hast deine Ungewissheit durchlitten und überstanden und hast deinen eigenen Weg gefunden, für den man dich heute feiert und auszeichnet. Du schreibst aus Notwendigkeit, und das macht deine Lieder so besonders. Du zielst nicht, aber du triffst. Du triffst das Herz, das Hirn, den Bauch, die Seele, das Ohr, die Augen, das Schmerzzentrum genauso wie das der Lust, du triffst das Gefühl, die Empathie und Identifikation, den Spieltrieb und die Sehnsucht.
     
    Und also sollten wir gratulieren. Gratulieren möchte ich als erstes der GEMA-Stiftung, der Jury des Deutschen Musikautorenpreises und den Stiftern des Fred-Jay-Preises, nämlich dass sie einen Kandidaten gefunden haben, der das Anliegen dieses Preises, die Förderung ambitionierter und wirklich guter Musiker, die höchstwahrscheinlich in dieser Berufswelt bleiben werden, perfekt repräsentiert.
    Dass sie außerdem jemanden gefunden haben, mit dem Fred Jay, so wie ich ihn einschätze, sicherlich höchst einverstanden wäre, weil er seinen Werdegang verstehen und der ihn sehr berühren würde.
     
    Die Haupt-Gratulation geht aber natürlich an Dich, lieber Marcel. Es freut mich erstens auf künstlerischer Ebene, dass du diesen Preis bekommst, weil du gut bist! Es berührt und bewegt mich auch auf privater Ebene, weil ich dich über die Maßen mag und Dir dankbar bin. Und aus Branchensicht macht es mich rundum glücklich und zufrieden, dass man hier wirklich den Richtigen ausgezeichnet hat, von dem wir noch viel, viel Gutes hören werden. Dabei wünsche ich Ihnen gleich bei seiner Hörprobe viel Spaß!
     
    Und jetzt: Herzlichen Glückwunsch zum Fred-Jay-Preis 2015, Marcel Brell! 
     
    Foto: v.l.n.r.: Prof. Dr. Enjott Schneider (Aufsichtsratsvorsitzender der GEMA), Marcell Brell (Fred-Jay-Preisträger), Dr. Michael Jacobson (Stifter Fred-Jay-Preis), Tobias Reitz (Laudator), Dr. Harald Heker (Vorstandsvorsitzender der GEMA). (Foto: Franziska Schrödinger)


  • Mittwoch, 29. April 2015

    Fred-Jay-Preis 2015 an MARCEL BRELL

    Der Fred-Jay-Preis geht dieses Jahr an den Singer-Songwriter Marcel Brell. Die Jury verleiht ihm den Preis für seine besonderen Texte. Doch er hat ihn noch aus einem anderen Grund verdient: für den Mut, noch einmal ganz von vorn zu beginnen. 
     
    Als Marcel Brell (32) im Jahr 2013 gerade in seinem neuen Leben am Steuer eines Kleinlasters an einer Kreuzung steht, guckt sein altes Ich noch einmal zu ihm zum Fenster rein. Aus einem Cabriolet dröhnt ein Stück aus dem Rock-Cover-Album eines deutschen Schlagerstars, das Marcel Brell arrangierte und das zu der Zeit Heimat und Medien überschwemmt. „Ich war damals mit dem Kopf schon ganz woanders“, erzählt er zwei Jahre später in einem Café in Berlin-Neukölln, wo sich ein schwarzer Mischling im Durchgang zur Toilette Streicheleinheiten holt und ein stummer Kellner Kaffee serviert. "Wenn etwas derart erfolgreich ist, holt es dich irgendwann wieder ein. Aber meine Begeisterung galt in diesem Moment etwas völlig anderem: auf Tour zu sein mit meinen eigenen Songs."

    Rückblick: Noch bevor Deutschland darüber diskutieren kann, ob Rocksongs verschlagert werden dürfen, hat Marcel ein gut gebuchtes Studio im Berliner Stadtteil Schöneberg. Oft ist er Monate im Voraus ausgebucht. Er arrangiert an einem raumgreifenden Mischpult kommerzielle Musik, die oft die Charts stürmt – aber sein Herz nie komplett erobern kann. "Die Entscheidung, das Studio aufzugeben, habe ich monatelang mit mir herumgetragen", erinnert er sich und nippt an seinem Kaffee. "Doch der Erfolg, den ich damit hatte, zählte für mich immer nur 80 Prozent." Er hatte zwar die "Suppe auf dem Teller, aber eine Gabel in der Hand", wie es in einem Song von ihm heißt. Den Löffel, den er brauchte, um das zu machen, was er wollte – auf die Bühne gehen –, musste er sich holen. Und das fiel ihm alles andere als leicht.

    Als er die ersten Absagen für Produzentenaufträge schreibt und sein knapp drei Meter langes Mischpult verkauft, kann er es selbst kaum fassen. 15 Jahre hatte der Sohn eines Opernsängers und einer Tänzerin aus einem Dorf an der holländischen Grenze sich eine Existenz im Musikbusiness aufgebaut. Erst Musikproduktion in Münster studiert, "weil ich dachte, man kann das studieren", sich dann ein Mischpult zugelegt, "weil ich ein Technikjunge bin und auch gern mit dem Lötkolben was mache", und später wollten dann immer mehr, immer namhaftere Musiker, dass Marcel sie aufnimmt.
     
    NEUANFANG BEI OPEN-MIC-SESSIONS IM SPÄTI
    Nachdem Brell das Studio frisch gestrichen an den Vermieter übergeben hat, fängt er mit seinen eigenen Songs noch mal ganz von vorn an. Bei Open-Mic-Sessions in kleinen Clubs oder "Spätis" (Tante-Emma-Läden in der Hauptstadt, die oft bis spät in die Nacht geöffnet sind) probiert er seine Songs aus – und lernt die beiden Österreicher David Eibl (Schlagzeug) und Georg Kostron (Bass) kennen, die inzwischen seine feste Band sind. Marcel ist dabei voller Euphorie, auch wenn am Anfang nicht immer viele Leute zuhören. "Es hat zwar keiner gebuht, aber ich weiß nicht, ob es nicht noch schlimmer ist, wenn sich die Leute wieder zum Tresen umdrehen", lacht er.

    Doch Marcel entwickelt sich schnell weiter. Er nimmt an der "Celler Schule" teil, der Songtexter-Masterclass für Textdichter, er geht zum "Popkurs", zur Sago-Schule, einer Akademie für Poesie und Musik. Fast täglich komponiert er, textet. "Ich sitze 200 Tage im Jahr an meinem Schreibtisch und prügel mir Texte aus dem Kopf und zermartere mir das Hirn", meint er. Das Treffen mit virtuos findet morgens statt. Er macht dafür eine Ausnahme, der Vormittag ist eigentlich fürs Texten und Komponieren reserviert. "Ich bin nicht der Typ, der nachts zugedröhnt gute Lieder schreiben kann."
     
    Das "Arbeitstier" (Brell über Brell) wird mit der Zeit also immer besser und besser, und irgendwann fängt das Publikum an, ihm zuzuhören, sein Name spricht sich rum und dass es da einen Singer-Songwriter gibt mit besonderen Texten. Mit Zeilen wie: "Wo die Liebe hinfällt, steht sie wieder auf. Ich weiß, du kannst kein Blut sehen, komm ich mach ein Pflaster drauf". Oder: "Mein Computer ist vernetzt mit jedem Land, doch ich schau nicht über meinen Tellerrand". 2014 lädt ihn das renommierte Goethe-Institut nach Belgien ein, um dort "Deutschunterricht der anderen Sorte" zu geben und an verschiedenen Schulen Konzerte zu spielen und hinterher mit den Schülern über seine Texte zu diskutieren.
     
    TIEFSINNIGE TEXTE
    Seine Art zu texten erklärt er so: "Es gibt diese Übung der alten amerikanischen Songwriting-Schule: Wie sage ich ohne Verwendung eines Adjektivs und ohne es auszusprechen: ,Er vermisst sie‘?" Man könnte schreiben: ,Er ist traurig, denn sie ist nicht da.‘ Das ist aber langweilig. Oder man sagt: ,Er schaut alle 15 Sekunden auf sein Handy.‘ Das sinkt tiefer ein."

    Wie Brell seine Gefühle in Worte kleidet, gefiel auch der Jury des Deutschen Musikautorenpreises 2015, die den Fred-Jay-Preis unter der Schirmherrschaft der GEMA-Stiftung alljährlich an Künstler vergibt, die sich um die Schaffung und Förderung und Verbreitung besonderer deutscher Texte verdient machen. "Die Auszeichnung soll einem Textdichter oder einer Textdichterin einen Schub geben, eine Hilfe zum Erfolg sein, eine Anerkennung am Anfang der Karriere, wo auch das Geld am meisten gebraucht wird", wünscht sich Stifter Michael Jacobson. "Das ist ganz sicher im Sinne meines Vaters."

    Für Brell bricht der Preis in eine ziemlich bodenständige Realität ein. "Meine Tage verbringe ich im Auto und spiele irgendwo ein Konzert. In den letzten zwei Jahren hatte ich über 140 Auftritte. Fahren und Instrumente aufbauen mache ich selbst." Der Preis mache ihn vor allem deshalb sprachlos, da er ja erst ein Debütalbum veröffentlicht habe: "Normalerweise macht man erst mal zehn Alben, bevor man erwogen wird. Es ist eine unglaubliche Ehre."

    Marcel Brell hat viel riskiert – und viel aufgegeben –, um da zu sein, wo er heute steht. Er hat eine Karriere, bei der "nach 15 Jahren harter Arbeit endlich auch mal das Telefon in die andere Richtung klingelte und ich ein Auskommen als Produzent hatte", für einen noch größeren Traum aufs Spiel gesetzt. Und das in einer Zeit, in der Jugendliche, die einen Job suchen, vor allem eins wollen: Sicherheit. Doch Garantien bedeuten Marcel nicht viel.

    Manchmal fragen ihn Journalisten, wo seine Inspiration herkomme. "Viele erwarten dann Antworten wie ,die Leute um mich rum‘ oder ,was ich so beobachte‘. Aber die Wahrheit ist: Mein erstes Album erzählt die Geschichte von jemandem, der alles losgelassen hat. Für etwas Unsicheres, Kleineres, aber für etwas, für das ich jeden Tag brenne." 
     
    Text: Lars Christiansen für GEMA/virtuos
    Foto: Marcel Brell

     
    Mehr Infos zum Künstler: 
    www.marcelbrell.de 
     
     
     
    Der Fred-Jay-Preis wird am 05.05.2015 im Rahmen des GEMA-Mitgliederfestes in München vergeben. Er erinnert an den Textdichter Fred Jay (1914–1988) und ist für Künstler gedacht, die sich um die Schaffung und Förderung deutscher Texte verdient gemacht haben. Die 2012 verstorbene Mary Jay-Jacobson hatte den mit 15.000 Euro dotierten Preis 1989 zum Andenken ihres Mannes ins Leben gerufen. Auf ihren Wunsch hin wurde der Fred-Jay-Preis unter der Schirmherrschaft der GEMA-Stiftung als fester Bestandteil des GEMA-Mitgliederfests etabliert, das seit 2008 jährlich wechselnd in München und Berlin stattfindet. Die Wahl des Fred-Jay-Preisträgers trifft, ebenfalls auf Wunsch von Mary Jay-Jacobson, die Jury des Deutschen Musikautorenpreises. Dieses Jahr wird die Auszeichnung zum 27. Mal vergeben. Unter den ehemaligen Gewinnern des Fred-Jay-Preises befinden sich bekannte Textdichtergrößen wie zum Beispiel Rio Reiser, Anna Depenbusch, Rosenstolz und die DTV-Mitglieder Burkhard Brozat und Frank Ramond. 
     
     
    "POPULARITÄT MIT QUALITÄT VERBINDEN"
    Interview mit Dr. Michael Jacobson, dem Stifter des Fred-Jay-Preises

    MR. JACOBSON: IHR VATER WAR DER HERAUSRAGENDE TEXTDICHTER FRED JAY, AUS DESSEN FEDER UNZÄHLIGE HITS STAMMEN. IHRE MUTTER MARY JAY-JACOBSON RIEF DEN PREIS NACH SEINEM TODE 1989 INS LEBEN. HEUTE SIND SIE DER STIFTER. WAS BEDEUTET DER PREIS FÜR SIE PERSÖNLICH?
    Meine Mutter hat den Preis in Gedenken an meinem Vater ins Leben gerufen, um einen Teil seines Erfolgs zurückzugeben und auch, um ihre eigenen Erinnerungen an frühere glückliche Jahre und Freundschaften in Deutschland wachzuhalten. Ich selbst habe diese schöne Zeit – vor allem die 60er- und 70er-Jahre in Berlin – zum Teil mitgemacht und denke gern daran zurück. Ich würde sagen, dass ich den Preis aus ähnlichen Gründen weiterführe, wobei ich "in Gedenken an meine Mutter" hinzufügen muss.
    SIE HABEN MAL GESAGT, ES FREUE SIE BESONDERS, WENN DER PREIS AN JEMANDEN GEHT, DER AM ANFANG SEINER KARRIERE STEHT, ZWISCHEN ERSTEN ERFOLGEN UND DER AUSSICHT AUF EINE GROSSE LAUFBAHN. WARUM?
    Ein Preis kann rückblickend, sozusagen als Belohnung für eine erbrachte Leistung oder ein Lebenswerk, verliehen werden. Oder er kann – vorwärts schauend – einem Talent bei seiner Entwicklung helfen. Mein Vater war immer dafür, Hoffnungsträger oder Anfänger zu unterstützen. Er war wenig an Prominenz interessiert, vielmehr am Schaffen und Vorausschauen. Daher glaube ich, dass ein Preis für eine Leistung am Anfang einer Karriere ihm am besten gefallen hätte.
    SIE LEBEN IN NEW YORK UND ARBEITEN DORT ALS KARDIOLOGE. SIE KOMMEN ABER JEDES JAHR ZUR VERLEIHUNG DES PREISES NACH MÜNCHEN ODER BERLIN. WAS BEDEUTET IHNEN DEUTSCHLAND UND DIE DEUTSCHE SPRACHE? WAS VERBINDET SIE MIT DEN DEUTSCHEN TEXTDICHTERN?
    Deutschland und die deutsche Sprache sind natürlich ein wichtiger Teil meiner Vergangenheit. Auch die Textdichter, Komponisten und Sänger gehören dazu. Ich habe schöne Jahre hier verbracht, als Teenager in München und später an der Technischen Universität Berlin, wo ich Informatik studierte. Es ist also ein angenehmer Zufall für mich, dass die Preisverleihung zwischen diesen beiden Städten wechselt. Wenn ich in Deutschland bin, höre ich öfter mal ein Lied meines Vaters im Radio oder im Fernsehen. Das kann ich in New York kaum erleben.
    WAS MACHT FÜR SIE EINEN GELUNGENEN DEUTSCHSPRACHIGEN LIEDTEXT AUS?
    Mein Vater war fest davon überzeugt, dass Schlager nicht nur populär sein müssen, sondern auch gut geschrieben – dafür hat er viel gearbeitet. Ein gelungenes Lied? Ich kann es nicht genau definieren, aber ich glaube, man kann einen "guten" Text erkennen. Die Amerikaner haben eine positive Einstellung zur populären Kultur, und ich glaube, die Jahre, die mein Vater in den USA verbrachte, haben ihm geholfen, diese positive Einstellung zur Pop-Kultur mit der deutschen Sprache – die ja seine Muttersprache war – zu verbinden. Ich habe übrigens das Gefühl, dass heute viel mehr Textdichter auch als Singer-Songwriter auftreten, also musizieren und singen. Das war früher viel weniger der Fall. 
    DIE PREISTRÄGER NEHMEN DEN FRED-JAY-PREIS MIT STOLZ ENTGEGEN, DENN DER FJP IST EINZIGARTIG – AUCH DARIN, DASS ER DER EINZIGE TEXTDICHTER-PREIS IST. DOCH MIT DEM PREIS IST NICHT NUR EINE EHRE VERBUNDEN, SONDERN AUCH EINE VERPFLICHTUNG: DIE WAHRUNG DES DEUTSCHEN LIEDGUTES. WELCHE VERANTWORTUNG GEBEN SIE MIT DEM PREIS WEITER?
    Der Fred-Jay-Preis wird ohne jegliche Verpflichtung vergeben. Wenn die Auszeichnung jemanden hilft, in seiner Entwicklung weiterzukommen, freue ich mich. Meine Hoffnung ist, dass die Preisträger immer danach streben, Popularität mit Qualität zu verbinden. Und dass sie Textdichtern, die nach ihnen kommen, kollegial die Hand reichen.
     
    Interview: Lars Christiansen für GEMA/virtuos


  • Freitag, 03. April 2015

    Deutscher Musikautorenpreis 2015: Die Nominierten stehen fest

    Die Jury des Deutschen Musikautorenpreises 2015 (siehe Foto - Erläuterung am Ende dieses Artikels, der Webmaster) wählte in einem mehrtägigen Verfahren die 24 Nominierten der diesjährigen Preisverleihung. Am 21. Mai 2015 werden die Preisträger im Rahmen einer feierlichen Gala in Berlin für ihr musikalisches Schaffen geehrt.
    Die Jury des Deutschen Musikautorenpreises 2015 gibt die Nominierten in acht von zehn Kategorien bekannt. In einer mehrtägigen Sitzung haben die Juroren die eingereichten Vorschläge fachlich bewertet und kritisch diskutiert. Getreu dem Motto „Autoren ehren Autoren“ konnten zuvor Mitglieder der GEMA, die Berufsverbände sowie die sieben Juroren selbst herausragende Komponisten und Textdichter vorschlagen. Die Preisträgerin oder der Preisträger in der Kategorie „Lebenswerk“ wird Mitte April bekanntgegeben. Das „Erfolgreichste Werk 2014“ unterliegt nicht der Entscheidung der Jury, sondern wird von GfK Entertainment ermittelt und erst am Abend der Preisverleihung verkündet.
    Die Jury des Deutschen Musikautorenpreises setzt sich aus renommierten und erfahrenen Komponisten und Textdichtern zusammen. Vincent von Schlippenbach vertritt in diesem Jahr als Jurysprecher die Juroren.
     
    Die Nominierten für den Deutschen Musikautorenpreis 2015 
    (Weitere Informationen sowie Pressebilder finden Sie unter www.musikautorenpreis.de)
     
    Komposition Pop
    Element of Crime (Jakob Ilja, Richard Pappik, Sven Regener, David Young)    
    Tobias Kuhn
    Rakede (Daniel Karelly, Julian Paul Schmit)   
     
    Komposition Hip-Hop    
    Deine Freunde     (Lukas Nimscheck, Markus Pauli, Florian Sump)
    Dexter (Felix Göppel)
    Farhot (Farhad Samadzada)
     
    Komposition Audiovisuelle Medien    
    Karim Sebastian Elias
    Fabian Römer
    Ralf Wienrich
     
    Komposition Musiktheater
    Mark Andre
    Helmut Oehring
    Stephan Winkler
     
    Komposition Orchester
    Adriana Hölszky
    Tobias PM Schneid
    Walter Zimmermann
     
    Text Schlager
    Udo Brinkmann
    Heike Fransecky
    Lukas Hainer
     
    Text Rock/Pop
    Wolfgang Niedecken
    Spaceman Spiff (Hannes Wittmer)
    Marcus Wiebusch
     
    Nachwuchspreis (Sparte U)
    Cosby (Robin Karow, Marie Kobylka, Kilian Reischl, Christoph Werner)
    Marcel Brell
    Sea + Air (Daniel Benjamin, Eleni Zafiriadou)
     
    Eine Pressemappe mit den Pressebildern der Nominierten sowie weiterführende Informationen zum Deutschen Musikautorenpreis finden Sie unter www.musikautorenpreis.de.
     
    Über den Deutschen Musikautorenpreis
    Der Deutsche Musikautorenpreis wurde 2009 von der GEMA ins Leben gerufen, um die Komponisten und Textdichter der deutschen Musikbranche für ihre herausragenden Leistungen zu würdigen und in das Rampenlicht zu stellen. In den meisten Fällen werden ihre Werke von Interpreten präsentiert, die jedoch ohne die schöpferische Leistung der Musikautoren keine Bühnenerfolge feiern könnten. Alle Preisträger und Nominierten werden mit ihrer Auszeichnung als Mitglieder der Akademie Deutscher Musikautoren aufgenommen. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.musikautorenpreis.de.
     
    Quelle: GEMA/musikautorenpreis.de

    Auf dem Jury-Foto (v.l.n.r.): 
    Helmut Zapf (Komponist)
    Ralf Wengenmayr (Komponist für Film & Fernsehen)
    Nicholas Müller (Textdichter, ehem. Jupiter Jones)
    Peter Brugger (Komponist, Sportfreunde Stiller)
    Vincent von Schlippenbach (Komponist, aka DJ Illvibe)
    Edith Jeske (Textdichterin, Gründerin "Celler Schule")
    Georg Katzer (Komponist)


  • Sonntag, 29. März 2015

    Nachruf zum Tode von ROBERT JUNG von Michael Hartl

    Michael Hartl (Marianne & Michael) schrieb anlässlich des Todes von Robert Jung - Textdichter, Produzent, Sänger, Talententdecker (u.a. Nicole, Jan Smit - schrieb außerdem für Mireille Mathieu, Nana Mouskouri, Kastelruther Spatzen, Vico Torriani) - die nachfolgenden Zeilen, die wir mit freundlicher Genehmigung abdrucken dürfen: 
     
    Lieber Robert, lieber Freund!
     
    Jedes Mal wenn wir uns irgendwo bei diversen TV oder Rundfunksendungen trafen, war es für uns eine Freude und dann haben wir beide uns ganz fest vorgenommen: "Jetzt müssen wir uns doch einmal bei uns zuhause treffen." Das haben wir bestimmt 20 Mal in über 40 Jahren versucht. Leider vergeblich. Noch dazu wohnen wir im gleichen Ort, vielleicht einen Kilometer voneinander entfernt, und trotzdem haben wir beide es nicht geschafft, diesen Wunsch in die Tat umzusetzen.
    Du, ein unglaublich erfolgreicher Textautor mit über 50 Goldenen Schallplatten und CDs, mit einem wunderbaren Freundeskreis, mit dem Du viel große Erfolge in Deinem Haus bei München oder in Bardolino am Gardasee gefeiert und begossen hast. Wir beide - M&M - immer irgendwo auf Tournee oder diversen Galas. Es hat einfach nicht gepasst. Das letzte Mal, als wir Dich sahen, warst Du mit Deinem Auto unterwegs und Du hast gar nicht gut ausgesehen. Bleich und hager, einfach krank und trotzdem bist Du noch selber gefahren. In den paar Worten, die wir gewechselt haben, musste ich mit Bestürzung feststellen, dass Du schwer geatmet hast. Es tat mir unendlich leid.
    Deine Worte waren: "Aber diesmal klappt`s mit einem Treffen, okay?" Es hat wieder nicht geklappt und das Schlimmste daran ist, wir konnten uns nicht mehr voneinander verabschieden.
    Wie bewundernswert war Dein Optimismus, Dein Selbstbewusstsein, die Sicherheit mit der Du an jedes Deiner Lieder glaubtest. Du warst unerschütterlich und davon überzeugt, dass alle Deine Lieder ein großer Erfolg werden.
    Die meisten wurden es dann auch. Auch wir haben einige Deiner Lieder oder Texte eingesungen. Viele dieser Lieder und Texte handelten von Deiner Heimat, dem Sudetenland - aus dem Du als Kind vertrieben wurdest - von der Liebe, vom Frühling, vom Leben.
    So wie Dir Deine Familie, Deine Kinder und Enkel heilig waren, so wichtig war Dir auch Deine Musik. In Deinen Liedern, in Deiner Musik, in Deinen Texten wirst Du in uns allen weiterleben und wir werden mit Freude an die Persönlichkeit, an den Freund und Kollegen, an den Menschen Robert Jung denken.
    Als solcher und als Textautor hast Du über Jahre hinweg mit vollem Einsatz und ehrenamtlich im Aufnahme- und Werkausschuss der GEMA, unserem Verein, mitgearbeitet und hervorragend unterstützt.
    Dafür gebührt Dir ein ganz besonderer Dank.
    Ich möchte Dir heute einfach sagen: Du warst ein guter Typ, der von vielen Kollegen bewundert und geliebt worden ist. Und wer mit so viel Liebe durchs Leben fliegt, der wird auch nie vergessen sein.
     
    Für immer in unseren Herzen und unvergessen.
    Servus Robert!


    Robert Jung starb Ende März im Alter von 79 Jahren. Frank Dostal nahm als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender sowie als Präsident des Deutschen Textdichter-Verbands e.V. an der Beerdigung am 26.03.2015 teil. Das Bild zeigt das Grabgesteck mit der Aufschrift: 
    Gut gemacht, Robert - Mach's gut
    Deine Freunde vom DTV

     
    Foto Slideshow: (c) Robbyland. 


  • Montag, 23. März 2015

    Infos zu den Mitgliederversammlungen von GEMA und DTV im Mai 2015

    Die nächste Mitgliederversammlung der GEMA wird nicht wie ursprünglich geplant Ende Juni, sondern vom 05. bis 07. Mai 2015 stattfinden. Ort der Mitgliederversammlung 2015 wird wieder das Hotel Hilton am Tucherpark in München sein.

    Adresse: 
    Hilton Park München
    Am Tucherpark 7
    80538 München
    Tel: 089 38450
     
    Textdichter-Kuriensitzung: 
    Mittwoch, 06. Mai 2015, 10:00 Uhr
    im Raum "Cézanne & van Gogh".
     
    DTV-Sitzung: 
    Mittwoch, 06. Mai 2015, ab ca. 14:00 Uhr
    im Raum "Cézanne & van Gogh". 

    GEMA-Hauptversammlung: 
    Donnerstag, 07. Mai 2015, 10:00 Uhr
    Tagungsraum wird vor Ort bekannt gegeben. 

    Im Rahmen der GEMA-Jahreshauptversammlungen wird am Mittwoch, den 06. Mai 2015 auch wieder das DTV-Mitgliederfest statt finden, diesmal im Hotel "la Maison". Es wird sicher wieder ein schöner Abend. 

    Adresse:
    Hotel "la Maison" (2. UG)
    Occamstraße 24
    80802 München
     
    Anfahrt mit öffentlichen Verkehrmittel, direkt vom Hotel Hilton:
    Buslinie 54 (direkt vor Hotel) bis Münchner Freiheit, Münchner Freiheit aussteigen, zu Fuß vom Platz "Münchner Freiheit" in die Heimhauserstraße, ca. 150 m, Kreuzung Occamstraße links, ca. 50, auf der rechten Seite, Occamstraße 24.
     
    Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmittel: ausgehend vom Marienplatz: 
    zu fahren mit U-Bahn Linie U3 und U6 direkt zur "Münchner Freiheit". 
     
    Anfahrt mit dem eigenen PKW:
    direkt neben der Lokalität ist ein öffentliches Parkhaus. 
     
    Foto: (c) Thomas Rosenthal/GEMA.


  • Montag, 29. Dezember 2014

    Wolfgang Brandenstein verlässt das Kuratorium der Sozialkasse

    Der 1929 geborene Wolfgang Brandenstein gehört zu den Mentoren der DDR-Unterhaltungskunst. Er arbeitete als Schlagertexter, Quizmeister, Regisseur, Ensemble-Leiter und als Moderator von Rundfunk- und Fernsehsendungen. Bekannt wurde er u.a. durch den "Schlagercocktail" beim Deutschlandsender oder "Was darf's denn sein? - Die Show mit Wolfgang Brandenstein" beim Fernsehen. Insgesamt textete er ca. 3000 Schlager, darunter einige Hits und Evergreen der DDR-Unterhaltungskunst. Besonders mit Gerhard Siebholz und mit Arndt Bause bildete er ein erfolgreiches Gespann. Wolfgang Brandenstein, der heute am Rande von Berlin lebt, schrieb u.a. für Hauff & Henkler, Frank Schöbel, Inka, Regina Thoss und Wolfgang Lippert. Jahrelang war er Mitglied im Abteilungskuratorium Textdichter der GEMA-Sozialkasse, scheidet nun 2015 freiwillig aus Altersgründen aus. Der geschäftsführende Kurator der Textdichter, Erich Offierowski, möchte sich auch im Namen von Kurator Klaus Pelizaeus  auf diesem Wege bei dem bisherigen Kollegen bedanken.
     
    Danke, lieber Wolfgang Brandenstein für mehr als 15 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit als Kurator der GEMA-Sozialkasse. Du warst die ganzen Jahre als ein ernster, seriöser, erfahrener, humorvoller und zuverlässiger Kollege im Kuratorium für die Textdichter tätig, stehst uns nun aus Altersgründen nicht mehr zur Verfügung. Wir wünschen dir für die kommenden „Rentnerjahre“ alles erdenklich Gute, vor allem natürlich jede Menge Gesundheit und noch viel Spaß am Leben.
    Deine Mitkuratoren Erich Offierowski und Klaus Pelizaeus


  • Mittwoch, 17. Dezember 2014

    Frank Dostal traf Prof. Monika Grütters MdB

    Im Rahmen der Verleihung der Spielstätten-Programmpreise 2014 (Förderpreise für besonders gute Programmgestaltung in Pop-, Rock- und Jazz-Clubs) in Hamburg traf Frank Dostal die Staatsministerin für Kultur und Medien, Frau Prof. Monika Grütters MdB (CDU). "Merkels Frau fürs Kultivierte" (Berliner Morgenpost) und der Präsident des Deutschen Textdichter-Verbands hatten in konstruktiver Stimmung auch die ernsten aktuellen Fragen des Urheberrechts im Fokus.
     
    Foto: (c) Initiative Musik / Eric Anders.


  • Dienstag, 08. Juli 2014

    Unvergessen - Rudi Büttner

    Unser lieber Freund und Weggefährte Rudi Büttner ist in der Nacht vom 07. auf den 08.07.2014 gestorben. Rudi war neben seinen vielseitigen Tätigkeiten ein sehr fleißiger Textdichter und über viele Jahre ein überaus beliebtes und hilfsbereites Mitglied des DTV und hier auch des Vorstands. Seinen erfahrenen Rat und sein heiteres Ja zum Leben werden wir vermissen.
    Die Trauerfeier fand statt am 17. Juli 2014 in Vaterstetten bei München. Wir haben dazu einen Abschiedsgruß unseres Verbandes gesendet.
    Lieber Rudi, 
Du, Deine Fröhlichkeit und Deine Wortspielereien werden uns fehlen.
 


  • Dienstag, 15. April 2014

    Montana verkauft an BMG

    BMG übernimmt im Frühjahr 2014 die Verlags- und Masterrechte des Montana Musikverlags. Zum Katalog des 1959 von Hans R. Beierlein gegründeten Unternehmens zählen laut BMG-Angaben rund 5000 Musikverlagsrechte und ebenso viele Masterrechte, darunter Titel von Künstler wie Adamo, Charles Aznavour, Alexandra, Dalida, Rudi Carrell bis Heino, Stefanie Hertel oder Florian Silbereisen. 
Bei BMG wertet man den Montana-Katalog als "eine der wenigen ikonischen deutschen Sammlungen".
    Musikmanager Beierlein betreute als Manager unter anderem Stars wie Alexandra, Johnny Hallyday und Udo Jürgens, den er 1963 entdeckte. Mit einmaligem Gespür sicherte sich Beierlein die Rechte an Volksliedern und sogar der "Internationalen".
 
    Quelle: MusikWoche


  • Dienstag, 19. November 2013

    Zum Tode von Walter Leissle

    Am 19.11.2013 ist unser Mitglied Walter Leissle von uns gegangen. Er schrieb für Udo Jürgens, Ernst Mosch, den Kastelruther Spatzen u.v.a. Bescheiden und immer freundlich, so wird er uns in Erinnerung bleiben.
     
    Lieber Walter, ruhe sanft!
     
    Werke von Walter Leissle:
    http://hitparade.ch/showperson.asp?name=Walter+Leissle


  • Donnerstag, 03. Oktober 2013

    Nachruf von Christian Bruhn zum Tode von Rudolf Günter Loose

    Am 03. Oktober 2013 starb mit Rudolf Günter Loose einer der erfolgreichsten deutschen Textdichter aller Zeiten. Sein Freund und Weggefährte Christian Bruhn veröffentlichte in den Medien der GEMA folgenden Nachruf:
    Im Februar 2012 gratulierte ich ihm mit einem Gedicht zum 85. Und nun hat der geniale Schlagerdichter uns verlassen. – Mal vorweg: Ohne Textdichter würden wir Komponisten stumpfsinnige Instrumentals absondern. Mit Titeln wie "Keyboard-Kapriolen oder "Klarinetten-Dudler". Eine Melodie kann noch so gut und einprägend sein – erst der geniale Text kann sie zum Lied und zum Hit machen. (Wusste schon Franz Schubert.)
    Vor Jahren schickte Rudi mir eine von der Bild-Zeitung veröffentlichte Liste der „Größten Schlager aller Zeiten“. Wir beide waren Nummer vier und sieben. „Ist doch gut, dass ich damals in die Heckenstallerstraße kam”, schrieb er mir dazu. (Er erwähnte einen früheren Wohnort von mir.)
    Wie Rudi Loose mich 1960 frühmorgens auf der Brandenburgischen Straße zu Berlin tröstete, berichte ich in meinen Memoiren. Wie es zu einigen unserer Hits kam, berichte ich hier: "Ein bisschen Spaß muss sein" machten wir in einer halben Stunde in Zürich komplett fertig, nachdem Co-Produzent Ralph Siegel fernmündlich sein Einverständnis mit der Zeile gegeben hatte. Das heute leider fast vergessene, von mir geliebte "Er ist wieder da" entstand in einer Mittagspause im Berliner Meisel-Verlag.
    Auch zu "Wunder gibt es immer wieder" gibt es eine schöne Anekdote: Eines Abends im Jahre 1970, es war kurz vor Einsendeschluss für den Grand Prix Eurovision, rief er mich an: „Du, wir haben da noch eine angefangene Country-Nummer, die heißt "Wunder gibt es immer wieder". Die sollten wir einreichen, das ist eine trächtige Zeile. Und ein guter Refrain. Mach eine schöne Festival-Musik dazu, vielleicht etwas langsamer, bedeutender, ich kann ja den ganzen Text ändern, wenn’s nötig ist.“
    Es war nicht nötig. Denn am nächsten Morgen in aller Frühe suchte ich mir den Text aus dem entsprechenden Ordner heraus, setzte mich erst kurz an den Flügel und dann an den Schreibtisch. Gewaltig sollte es beginnen, ein bisschen wie "Also sprach Zaratustrah" von Richard Strauss, dann ins Rhythm-&-Blues-Hafte übergehen, und erst dann sollte die Sängerin Katja Ebstein auftreten. Und mit dem Vers anheben: „Viele Menschen glau-auben….“ – Gar wundersam flossen mir die Noten aus der Feder, erst fürs Intro und dann zu Rudis genialem Text für die Verse, keep it simple, keep it sexy, keep it sad. Jedes Wort stimmte, die Refrain-Melodie konnte bleiben wie sie war, im getragenen Tempo sogar viel wirkungsvoller, und um neun Uhr konnte ich telefonisch Vollzug melden. Das Eurovisionslied war fertig. Mit meiner Instrumentation wurde der Song zum ehrenvollen dritten Platz in Amsterdam, die Autoren waren sehr zufrieden, vor allem aber auch mit der späteren Entwicklung unseres Liedes zum Evergreen.
    Ein schlagendes Beispiel für eine fruchtbare Zusammenarbeit von Textdichter und Komponist. Ohne Rudis Vorschlag wäre "Wunder gibt es immer wieder" wohl für immer vergessen worden!
    Natürlich hat Rudi Loose nicht nur mit mir Hits geschrieben, aber unsere Lieder "Cinderella Baby", "Hast du alles vergessen", "99,9 Prozent", "Ich geh noch zur Schule" und "Hullygully-Holiday" sollen hier gleichwohl nicht unerwähnt bleiben.
    Was kann dem Künstler Besseres passieren, als das seine Werke ihn überleben. Und das ist Dir gelungen, lieber Rudi. Hab Dank!
    Quelle:
    www.gema.de/nl/102013/personen/zum-tode-von-rudolf-guenter-loose.html


  • Dienstag, 25. Juni 2013

    DTV-Sommerfest 2013: Willy-Dehmel-Preis an Rudolf Müssig

    Am Dienstag, den 25. Juni 2013, hat wieder das traditionelle Sommerfest des DTV statt gefunden – diesmal in der BMW-Welt am Münchner Olympiaturm. Höhepunkt nach dem Abendessen (Hauptgang „Surf & Turf“ = Rinderfilet und Garnelen) war sicher die Verleihung des Willy-Dehmel-Preises der Gema Stiftung, der traditionell im Rahmen des DTV-Mitgliederfestes verliehen wird. Der Preis ging in diesem Jahr an Rudolf Müssig, einen gebürtigen Franken, der jetzt in der Nähe von Hamburg lebt. Er ist erfolgreich als Komponist und Produzent, aber vor allem als Textdichter, arbeitete u.a. mit den Schürzenjägern, Roger Whittaker, Linda Feller, Wencke Myhre, Frank Ramond, Semino Rossi, Hansi Hinterseer, Peter Maffay, Tom Astor, Schwesterherz, Barbara Schöneberger und den Kastelruther Spatzen.
    DTV-Präsident Frank Dostal konnte unter den über hundert Teilnehmern GEMA-Vorstandschef Dr. Harald Heker, Lorenzo Colombini, Georg Oeller (beide GEMA-Vorstand), Dr. Heinz Stroh (Deutscher Musikverleger-Verband/DMV), Mike Jacobsen (er verlieh am Vorabend noch beim GEMA-Mitgliedertreffen den Fred-Jay-Preis an Cäthe – ebenfalls Textdichterin und Sängerin), Stefan Zarges (Chefredakteur und Geschäftsführer Musikmarkt), Liane Fürst (GEMA-Dokumentation), CELAS-Geschäftsführer Alexander Wolf oder Renate Weyrich (Witwe von Fred Weyrich) begrüßen. Natürlich durften die eigentlichen Protagonisten nicht fehlen. So amüsierten sich u.a. das aus Radio und TV bekannte Moderatorenduo Marianne und Michael, die früheren Fred-Jay-Preisträger Burkhard Brozat, Frank Ramond, Tobias Künzel von den Prinzen und Julia (Jule) Neigel, aber auch Peter Orloff mit Gattin Linda, Edith Jeske, Andreas Zaron, Erich Offierowski oder Tobias Reitz.
    Organisiert wurde das Fest von der nimmermüden "guten Seele" des Verbands, Schatzmeisterin Suzy Frauenberger. Seit 1998 tragen die DTV-Mitgliederfeste ihre Handschrift. 


  • Mittwoch, 08. Juni 2011

    Frank Dostal traf Robin Gibb

    Im Rahmen des World Copyright Summit traf unser Präsident Frank Dostal auch den inzwischen leider verstorbenen Robin Gibb, der einige Zeit als Präsident der CISAC tätig war. Man tauschte nicht nur Erinnerungen an gemeinsame Tourneeerlebnisse aus (Robin bei den Bee Gees, Frank bei Wonderland) sondern sprach über die Notwendigkeit der Europa-gesetzlichen Existenzsicherung der Verwertungsgesellschaften und des gemeinsamen Handelns der Urheberverbände.
    Ebenfalls dabei: Jörg Evers (2.v.r.), damals noch Aufsichtsratsvorsitzender der GEMA und Präsident des Deutschen Komponistenverbands (DKV), sowie Patrick Ager (r.), Leiter der Brüsseler Zentrale von ECSA, dem Dachverband der europäischen Musikurheberverbände.


  • Mittwoch, 14. Juli 2010

    Harald Banter Ehrenmitglied im Deutschen Textdichter-Verband

    Das Vorstandsmitglied des Deutschen Komponistenverbandes, der Komponist Prof. Harald Banter, wurde Ende Juni 2010 in der Ordentlichen Mitgliederversammlung des Deutschen Textdichter- Verbandes zum Ehrenmitglied ernannt. Der Deutsche Komponistenverband wertet dies als eindrucksvolle Geste des Zusammenhalts zwischen den Autoren. 
     
    Frank Dostal, der Präsident des Deutschen Textdichter-Verbandes, sagte dazu: "Harald Banter macht sich seit Jahrzehnten mit Können, Wissen und Weisheit ehrenamtlich um die GEMA verdient. Er ist ein derart leuchtendes Beispiel für berufsständische Solidarität, dass wir voller Bewunderung und Dank mit ihm zum ersten Mal einen Komponisten zum Ehrenmitglied des Deutschen Textdichter-Verbandes ernennen. Sein einziger Fehler war bislang, kein Textdichter zu sein. Dies ist nun korrigiert. Harald Banter ist einer von uns!" 

    Quelle: www.komponistenverband.org
     


  • Montag, 28. Juni 2010

    Frank Ramond spendet Fred-Jay-Preis an die GEMA-Stiftung

    DTV-Mitglied und Erfolgsautor und –sänger Frank Ramond wurde am 28. Juni 2010 mit dem legendären Fred-Jay-Preis ausgezeichnet. Dazu: Herzlichen Glückwunsch!
    Verknüpft war die Preisverleihung mit einer handfesten Überraschung: Frank Ramond lehnte das Preisgeld ab bzw. gab es der GEMA-Stiftung zurück und bat darum, sie in den Aufbau und die Förderung von Nachwuchsautoren zu investieren.
    Der Musikmarkt kommentiert:
    Mit hintersinnigen und Hit-sicheren Texten verhilft (Ramond) Interpreten wie Annett Louisan, Roger Cicero, Barbara Schöneberger und Ina Müller zu anhaltenden Erfolgen. Seit dem letzten Jahr singt er seine Lieder auch selbst, wie auf seinem Soloalbum „Große Jungs“ zu hören ist. Die Ideen scheinen ihm nicht auszugehen. Doch genau davor hat Ina Müller eine unglaubliche Angst, wie sie in ihrer Laudatio gestand. Und selbst wenn ihm nicht die Worte ausgehen sollten, dann befürchtet sie, dass Ramond nach einer womöglich bevorstehenden Midlife Crisis nur noch "Lieder für junge Dinger mit üppiger Oberweite" schreibt. Die geladenen GEMA-Mitglieder hatten sichtlich ihren Spaß. Als Ina Müller dann endlich dem "besten Textdichter Deutschlands" die Fred-Jay-Urkunde und einen Scheck über 15.000 Euro Preisgeld überreichte, gab es eine Überraschung: Der Geehrte wollte den Preis nicht annehmen. Ihm sei nicht mehr zu helfen, denn er sei schon auf einem guten Weg, erklärte er sinngemäß.
    Ramond bat den GEMA-Vorstandsvorsitzenden Dr. Harald Heker auf die Bühne, um ihm den Scheck zurückzugeben und zwar als Spende für die GEMA-Stiftung. Mary Jay-Jacobson wäre sicherlich damit einverstanden, obgleich sie noch vor ihrem Tod im März diesen Jahres Preisträger Ramond mit ausgewählt hatte.
    Quelle: Musikmarkt